Was gestern geschah

 

01.06.2020

Auch an Pfingsten steht das Tierheimgeschehen nicht still. Zuerst möchten wir voller Freude von Hündin Sumy berichten. Die liebe treue Hündin mit dem sanften Blick hat ihre neue Familie verzaubert und so durfte die Kleine nach Dresden umziehen. Im Auto fuhr Sumy ruhig mit, selbst im Stadtgetöse lief sie souverän und sicher. Am Fahrstuhl warten, einsteigen, mitfahren- alles kein Problem für die rumänische Hündin. Wir sind begeistert von solcher Unkompliziertheit und Anpassungsfähigkeit. Sumy ist eben ein Traumhund, der alles richtig machen will und sich freut, wenn sie einfach mit dabei sein darf. Nun hat sie ihren Platz gefunden und wir wünschen allen eine faszinierende Zukunft.

 

Eine Feiertagsüberraschung der anderen Art gab es für Semolina. Wir holten die Wohnungskatze, die keine Sonnenstrahlen auf ihre Öhrchen bekommen darf, näher an uns Menschen. Sie wohnt nun im Büro und erhält von uns Aufmerksamkeit, so oft es geht und sie es wünscht. Auch wenn sie nur auf dem Kratzbaum liegt und döst, es macht in Gesellschaft einfach mehr Spaß. Hoffen wir, dass wir ihr so das Warten bis zu ihrer hoffentlich baldigen Vermittlung ein wenig "versüßen" können.

 

30./31.05.2020

Unsere Waschmaschine machte bereits seit längerer Zeit Probleme, wir berichteten hier mehrfach davon. Eine Reparatur für

mehr als 300 Euro brachte leider auch keine dauerhafte Zuverlässigkeit. Jetzt streikte das Gerät gänzlich. Wir entschlossen uns zu einem Neukauf, da die Waschmaschine tagtäglich benötigt wird. Sie muss laufen! Um diesmal „goldrichtig“ zu liegen, nahmen wir professionelle Beratung vor Ort in Anspruch und entschieden uns für eine Gewerbemaschine von Elektrolux. Sie ist etwas anders konzipiert und damit haltbarer gegenüber der vielen Tierhaare, die nun mal an den Decken haften. 
Die Maschine wurde jetzt geliefert, angeschlossen und hat die ersten Bewährungsproben bereits bestanden. Sie ist nun im Dauereinsatz, da es einen großen Berg gesammelter Wäsche aus der Zeit des Ausfalls abzutragen gilt. Wir hoffen sehr, dass sich die Profi-Maschine bewährt und uns lange gute Dienste leistet. Natürlich hat solch ein Gerät seinen Preis und wir möchten fragen, ob von Ihnen, liebe Freunde, jemand zu den 1902,81 Euro etwas beisteuern kann. Das wäre eine tolle Hilfe. Danke!

 

29.05.2020

Es war ein trauriger Tag im Tierheim. Die scheue Katzenomi Gabi wohnt jetzt im Himmel. Seit ein paar Tage bemerkten wir, dass es ihr nicht gut zu gehen scheint, obwohl sie wie immer gefressen und geruht hat. Heute fanden wir sie eingerollt auf dem Sessel, den letzten Atemzug hatte sie bereits getan. Gabi, die im Frühjahr 2001 geboren wurde, lebte fast zwei Jahre in unserem Tierheim, fand hier immer einen vollen Napf, immer ein weiches Körbchen vor. Keiner bedrängt die scheue Mieze. Sie war endlich angekommen und hat sich jetzt auf die letzte Reise gemacht. Liebe Gabi, danke das du bei uns warst. Es war uns eine Ehre dich kennenzulernen zu dürfen. Ruhe in Frieden, wir werden dich nie vergessen.

 

28.05.2020

Patienten Pixi und Hunter hatten heute einen Termin beim Tierarzt. Die liebe Pixi wurde geröntgt. Aufgrund eines Verkehrsunfalls in ihrem "früheren Leben" lahmt sie auf dem linken Vorderbein. Grund dafür ist eine hochgradige Arthrose. Wir dürfen ihr bei Bedarf Schmerzmittel verabreichen. Außerdem soll sie dringend abspecken, um das Gewicht, was auf dem Gelenk lastet, zu verringern. Es wäre doch ein Klacks, wenn wir das nicht hinbekommen.

Der liebe Rüde Hunter war zur dringend notwendigen Zahnsanierung. Wie dringend, erfuhren wir, als wir ihn wieder abholen durften. 13 Zähne mussten ihm gezogen werden. Hunter hat die Narkose erstaunlich gut verkraftet und durfte am Nachmittag schon wieder mit seinen Kumpels zusammen über die Wiese laufen.

Derweil haben wir im Tierheim das neue Kaninchengehege fertiggestellt. Kaninchenmännlein Bello durfte den Tag über an der frischen Luft über die Wiese hoppeln, Löcher buddeln und dann abends in das großzügige Gehege einziehen. Die fremde Umgebung war ihm erst sehr unheimlich und so versteckte er sich. Erst ein paar Gurkenscheiben und Möhrengrün lockten ihn dann doch hervor.

 

27.05.2020

Meerschweinböckchen Magellan trat heute eine etwas weitere Reise an, um zukünftig einer Meerschweindame aufmunternde Gesellschaft zu leisten. Die Fahrt ging nach Oschatz und dauerte entschieden länger als die Vergesellschaftung selbst. Auf separatem Terrain wurde alles dementsprechend gestaltet, liebevoll und abwechslungsreich hergerichtet. Magellan sah sich kurz um, kroch in einen Weidentunnel und seine zukünftige Dame wurde dazu gesetzt. Ein kurzes Muigen von ihr und zack- kroch sie ebenfalls in den Weidentunnel. Sie schnupperte kurz an Magellan und kuschelte sich an ihn. Das war alles an Aktion. Wir waren völlig irritiert, dass in nicht einmal einer Minute alles geklärt zu sein schien und Harmonie herrschte. Um ganz sicher zu gehen, versuchten wir die beiden an frischer Luft auf saftiger Wiese aus der Reserve zu locken, umsonst. Die beiden blieben einfach weiterhin aneinander gekuschelt liegen. Also wagten wir es, sie ins gemeinsame Gehege zu setzen. Auch da herrschte Eintracht. Die Liebe auf den ersten Blick, gesucht und gefunden. Wir erhielten schon erste positive Rückmeldungen: "Die beiden verhalten sich so als ob sie sich schon ewig kennen würden... Unsere Elfi findet ihn auch ganz toll ... sie liegen die meiste Zeit ganz eng aneinander." Wir freuen uns wirklich sehr für die beiden.

 

26.05.2020

Nachdem Legends Blutergebnisse keine relevanten Abweichungen zeigte, konnte der große Rüde heute zu seiner Zahnsanierung fahren. Wir vereinbarten, dass von seiner Hüfte und dem Rücken noch Röntgenbilder angefertig werden, da er ein recht steifes Gangbild hat. Während der Narkose wurde auch noch eine Umfangsvermehrung nahe des Afters entdeckt. Da diese gut abgegrenzt war und keine Verbindung zum Schließmuskel hatte, entschlossen wir, dass Gewächs entfernen zu lassen. Auch während der Zahnsanierung lief alles komplikationslos ab. Ein großer Eckzahn musste mit einiger Anstrengung aus dem Kiefer gemeiselt werden. Da dort jetzt ein wirklich großes Loch entstanden ist, bekam Legend ein starkes Schmerzmittel. Und so durften wir ihn am Nachmittag auch abholen. Er war noch ziemlich im Tee, konnte aber mit Unterstützung selbstständig zum Auto laufen. Den restlichen Tag nutzte er, um sich ordentlich auszuschlafen.

Eine erfreuliche Nachricht der anderen Art können wir Ihnen auch noch mitteilen: Zuzanna, unsere liebe Kollegin, darf endlich wieder über die tschechische Grenze fahren und unser Tierheimteam unterstützen. Zuletzt schrieb sie uns im Scherz, nur der Tod könne sie noch davon abhalten, endlich wieder bei unseren Tieren zu sein. Wir danken an dieser Stelle allen lieben Spendern, die uns und Zuzanna in dieser schweren Zeit unterstützt haben.

 

25.05.2020

Weil ein älterer Herr sich leider nicht mehr gewohnt um seine Hühner kümmern konnte, fragte er uns wegen Aufnahme. Er wolle sie keinesfalls irgendwo abgeben, unsere Beschreibungen und Bilder haben ihn und seine Angehörigen überzeugt, dass ihnen bei uns noch ein schönes artgerechtes Leben gegönnt ist. Dafür legten Vater und Sohn locker 100 Kilometer zurück. Der Mann selber konnte bei der Abgabe nicht mit anwesend sein, zu sehr nahm ihn das Ganze mit. Wir sind über alle Maßen begeistert über so viel Tierliebe, obwohl es sich, wie manche sagen würden, doch "nur" um 3 Hühner handelt. Unser Hahn hat sich sofort über seine neuen Begleiterinnen gefreut, die anderen Hennen nahmen es gelassen hin.

 

23./24.05.2020

Wer kann schon von sich behaupten, in einem idyllischen Haus mit Storchennest auf dem Dach zu wohnen: unsere rote Hauskatze Minke kann das. Zwar hat die Freigängerin zur Eingewöhnung erst einmal "nur" das große Wohnzimmer für sich zur Verfügung, was sie auch ausgiebig erkundete. Sie kommentierte lautstark ihre Eindrücke, typisch Minke eben, hopste vom Sofa aufs Fensterbrett, danach hinter den Fernseher und war sichtlich zufrieden. Vielleicht hören wir ja, wenn es soweit ist, ihre Meinung zum großen Schornstein mit Storch bis ins Tierheim, sie wohnt ja nur knapp 10 Kilometer entfernt ;)

 

Für immer von dieser Welt verabschieden mussten wir bedauerlicherweise unsere arme Bürokatze Trixie. Ihr Gesundheitszustand war immer schon wechselhaft, die umfangreichen Untersuchungen ergaben nicht eindeutig erklärbare Schwankungen. Unsere Tierärzte versuchten wirklich alles Menschenmögliche, aber trotz Infusion stiegen ihre Blutwerte in den kritischen Bereich. Sie hat leider das Wochenende nicht überstanden. Die schlimmste Vermutung (FIP) hat sich im Nachhinein bestätigt. Ruhe in Frieden, kleine liebe schwarze Trixie. Dein Stimmchen wird uns fehlen. Es war schön, dich gekannt und noch einmal etwas aufgeblüht erleben zu dürfen.

 

22.05.2020

Kater Tammy war in der Tierarzt- Praxis vorstellig. Bei ihm war ein fauliger Zahn aufgefallen und Zahnstein, der entfernt werden sollte. Darunter entdeckte die Tierärztin jedoch noch mehr Löcher bei dem Seniorkater, so dass insgesamt 5 Zähne gezogen werden mussten. Tapfer überstand Tammy den Eingriff und wir holten ihn wieder ab. Nun wird er bald wieder schmerzfrei sein Trockenfutter knuspern können.
Gesellschaft in der Quarantäne leistet ihm ab heute eine Katze, die uns von aufmerksamen Menschen anvertraut wurde. An einer Futterstelle fiel eine dickliche Katze auf. Um die Ursache abzuklären, scheuten die Tierliebhaber keine Mühen und brachten diese zum Tierarzt. Es war schnell klar, was den dicken Bauch verursachte: die Miez war trächtig. Keinesfalls konnte und wollte man sie wieder aussetzen und ihrem Schicksal überlassen. Da sie die Katze samt Nachwuchs bei uns in guten Händen wissen, übergaben sie die Katze, die sie "Mimmi" tauften, in unsere Obhut.

 

21.05.2020

Wie gewohnt zuverlässig kam unsere liebe Tierärztin ins Tierheim zur regelmäßigen Visite. Alle neun neuen rumänischen Hunde wurden in Augenschein genommen, ebenso wie die Mutterkatze Cannelloni und Hündin Struppi zur Nachkontrolle. Brav und tapfer verhielten sich alle Patienten, nur Legend ließ die Untersuchung etwas widerwillig zu. Er ist aber auch der einzige, der noch nicht bei uns angekommen zu sein scheint und etwas matt wirkt. Wir werden der Sache freilich auf den Grund gehen, demnächst steht erst einmal  eine Zahnsanierung und Röntgen der Hüfte bei ihm auf dem Programm. Bin, Hunter und Benny bekommen ebenfalls in Kürze ihre Beißerchen gereinigt und saniert. Bei Seniorin Nora sind erfreulicherweise keine Hautekzeme mehr erkennbar, dafür wurde ein Mammatumor festgestellt und bereits ein Termin zur Entfernung geplant. Pixi scheint in ihrer Vergangenheit von einem Auto angefahren worden zu sein, auch das wird in naher Zukunft geröntgt. Benny bekommt Ohrentropfen, ansonsten ist bei den vorgestellten Patienten alles in Ordnung. Auch die kleinen Babys von Cannelloni entwickeln sich prächtig (siehe Foto der Woche).

 

20.05.2020

Auch Inas zukünftige Besitzer nahmen regelmäßig eine sehr weite Strecke auf sich, um die rumänische Hündin besser kennen zu lernen und sie an sich zu gewöhnen. Genau genommen wohnt Ina ab heute nur zwei Orte weiter von Jamie entfernt ;) Wie von der zurückhaltenden Hündin zu erwarten war, verstand sie nicht, dass dies ihr Glückstag sein sollte, sondern wäre am liebsten im Boden versunken. Sie schien überfordert von den neuen Eindrücken und hielt im Garten nur nach einer eventuellen Fluchtmöglichkeit Ausschau. Dies ist freilich auch den neuen Besitzern nicht entgangen: der Garten ist zwar ausbruchsicher eingezäunt und umpflanzt, dennoch halten alle ihre Augen und Ohren besonders offen und Ina geht selbstverständlich nur in Begleitung an der langen Laufleine nach draußen. Drinnen wirkte Ina schon etwas entspannter. Während das Formelle erledigt wurde, lag Ina erst unter den Beinen unterm Tisch und dann direkt neben dem Mann. Inas Anspannung löste sich förmlich auf, als der große Sohn heimkam, sie ihn erkannte und sich freute. Nun konnten wir endlich den Schwanz von Ina sehen, den sie vorher die ganze Zeit eingezogen hielt. Sohn und Hündin haben scheinbar eine besondere Beziehung zueinander entwickelt, an seiner Seite wurde neugierig die Wohnung erkundet und danach noch einmal der Garten. Ina war wie ausgewechselt, interessiert und schnuppernd lief sie mit dem jungen Mann mit. Die ruhige Lage macht es unserer Ansicht nach der Hündin um einiges leichter, sich langsam heimisch zu fühlen und aus sich heraus zu kommen. Wir freuen uns jetzt schon auf die neuesten Meldungen über die Fortschritte, welche Ina meistert. Ein herzliches Dankeschön an Familie B., dass sie gerade dieser unsicheren Hündin ihre liebevolle Zuwendung und nötige Ausdauer schenken.

 

Riesengroße Sorge bereitete uns dafür Bürokatze Trixie. Sie schlief enorm viel, wollte nichts fressen und taumelte leicht. Wir brachten sie deshalb in die Tierarztpraxis und hoffen auf baldige Besserung.

 

19.05.2020

Ein lang ersehnter Traum ist heute wahr geworden: Mehrmalige Besuche in kurzen Zeitabständen nahm eine junge Familie trotz Fahrtstrecke von etwa 150 km (!) auf sich, um Vertrauen zu dem "scheuen Rehlein" Jamie aufzubauen. Tatsächlich wurde die Annäherung und das Spazierengehen von Mal zu Mal besser, so dass wir eine Vermittlung wagten. Und was sollen wir sagen: Wir sind begeistert! Sowohl von den neuen Dosenöffnern als auch von Jamie. Die zurückhaltende Hündin ist förmlich übergelaufen vor Freude. Bei einem kleinen Spaziergang in der neuen ruhigen Wohngegend war Jamie sehr aufgeschlossen und neugierig. In der Wohnung selbst wurde dann alles inspiziert und das Sofa als Lieblingsplatz auserkoren. Die Zweibeiner bringen die besten Eigenschaften, Geduld, Vorkenntnisse und eine super Motivation mit, so dass wir für Jamie optimale Chancen sehen, dass aus ihr ein toller aufgeschlossener Hund werden wird. Wie oft haben wir uns diesen Tag herbeigesehnt. Lange 4 Jahre hat Jamie bei uns und davor weitere 2 lange Jahre in der Smeura auf ihren großen Tag warten müssen. Wir sind sehr stolz und begeistert über diese geglückte Vermittlung. Unser Dank gilt vor allem der jungen Familie, die sich so sehr für Jamie "ins Zeug gelegt haben".

 

Ebenso erreichte uns an diesem Tag ein Neuzugang bei den Kleintieren: Aus Gründen des Zeitmangels wurde Zwergkaninchen "Bello" in unsere Obhut übergeben. Er sucht nun über uns neuen familiären Anschluss.

 

18.05.2020

Josi durfte heute Glückspilz Jarmann in seinen neuen Lebensabschnitt begleiten. Sie beschrieb sein Verhalten während der Autofahrt als "unruhig gab er quietschende Laute von sich". Bloß gut, dass die Fahrt "nur" bis nach Dresden ging. Vor dem Haus wurde der Rüde schon erwartet. Am meisten freute sich Jarmann über den Sohn. Seine Aufregung über die Autofahrt war vergessen. Die Treppen fand der große Knuddelbär noch etwas unheimlich, er schmierte beim Laufen ganz an der Wand entlang. Na, wenn das mal nicht auch gleich sein Willkommensgruß für den Nachbarshund war.

In der Wohnung entdeckte das schlaue Kerlchen gleich seinen Platz mit dem Empfangsleckerli, einem Kauring aus getrockneter Rinderhaut. Er knusperte ein wenig darauf herum, dann erkundete er weiter.  Oh, ein Napf mit Wasser, und oh, noch einer, mit Futter gefüllt. Jarmann war sichtlich überfordert, und konnte sich nicht entscheiden, was er denn nun zuerst begehrte. Während er seinen Blick so schweifen lies, sah er den Sohn auf der Couch sitzen. In dem Moment dachte sich Jarmann wohl: es sieht gemütlich aus, das probiere ich auch mal aus. Und schwupps hopste das Proppelchen aufs Sofa, freilich mit seinem Kauelement. Darauf war man vorbereitet, es war dem Rüden eindeutig gestattet. Das ist so ganz nach Jarmanns Geschmack, immer nah dabei sein und gekrault werden. Als die Zeit des Abschieds nahte, nutzte die Familie gleich die Gelegenheit, um Jarmann mit der engsten Umgebung vertraut zu machen. Er lief mit, ohne zu bemerken, dass Josi eine andere Richtung einschlug. Genau das sind die Glücksmomente, in denen uns bewusst wird, dass die Vermittlung geglückt ist und das Tier seinen neuen Platz an der Seite seiner Menschen gern einnimmt.

 

16./17.05.2020

Wenn Hund Roger ab heute sein Liedchen anstimmt, wird es nur noch ein Freudengesang sein. Der anhängliche Rüde, der ohne menschliche Nähe traurige Balladen von sich gibt, hat seine eigene liebe Familie mit fürsorglicher Rundumbetreuung gefunden. In gewohnt theatralischer Manier fuhr Roger in der Transportbox mit, als hätten wir irgendetwas Furchtbares mit ihm im Sinn. Angekommen und Frischluft geschnuppert war er, wie wir ihn kennen, überglücklich, wieder an des Zweibeiners Seite zu sein und folgte artig überall hin. Weder von Radfahrern noch Fußgängern oder Autos war er beeindruckt. Hauptsache, er war vollwertig dabei. Da Rogers Hautprobleme noch nicht auskuriert sind, hatte der kleine Vierbeiner noch seinen Halskragen um, der ihm erst einmal das Treppensteigen erschwerte. Fix bekam er allerdings den "Dreh" raus und war schließlich sogar noch schneller als Mario oben. In der Wohnung nahm er nur noch Notiz von seinen neuen Herrchen und Frauchen, holte sich seine Streicheleinheiten und Mario war abgeschrieben. Der Rüde wirkte aufgeweckt und rundum zufrieden. Wir sind überglücklich, dass Roger, obwohl er noch nicht auskuriert ist und Spezialfutter bekommt, herzlich aufgenommen wurde. Riesigen Dank an die aufopferungsvollen neuen Besitzer.

 

15.05.2020

Unser gefiederter Schützling, den die Finder "Charly" tauften (siehe "was gestern geschah" vom 21.04.2020) wurde von seinen rechtmäßigen Besitzern wieder abgeholt. Er ist genau an dem Tag beim Voliere sauber machen entflogen, als er im angrenzenden Ortsteil durch ein offenes Fenster flog und es sich in einer Küche gemütlich machte. Über den Umweg des Tierschutzvereines Bischofswerda, welche zu diesem Zeitpunkt kurioserweise auch gerade einen gefundenen Rosellasittich beherbergten, fanden die Eigentümer ihr Tier bei uns. Da es unwahrscheinlich war, dass der Vogel so weit weg fliegt und auch das Muster seines Gefieders nicht ganz übereinstimmte, gab der TSV Bischofswerda den Leuten den Rat, sich bei uns zu melden. Und siehe da, anhand von Charakterbeschreibung und Handyfotos konnten wir Vogel und Besitzer wieder glücklich vereinen. Dankbar nahmen die Zweibeiner von uns noch Ratschläge und Hinweise zu Haltung und einem Zweitvogel als Partner an. Damit "Freddy", wie der Piepmatz heißt, zukünftig keinen Grund mehr hat, sich klammheimlich davonzustehlen.

 

14.05.2020

Wie auf heißen Kohlen fieberten wir der Ankunft unserer neuen Hund aus der Smeura entgegen. Und dann fuhr endlich der große Transporter vor. Diesmal waren wir die letzten auf der Route, dennoch schaffte es der Fahrer bereits 17 Uhr bei uns zu sein. Wir hoben die Transportboxen aus dem Wagen und entließen einem nach dem anderen aus den Kistchen. Die Hunde erkundeten das Gehege, löschten ihren Durst und lösten sich erst einmal nach der langen Fahrt. Der liebe Hunter fiel sofort durch seine überbordende Lebensfreude auf, aber leider auch durch das fehlen der meisten Zehen beider Hinterpfoten. Eigentlich machte uns jeder einzelne von Ihnen ganz viel Freude. Nur Rüde Legend hing irgendwie durch und war ganz matt. Die Narben auf seiner Nase zeugten von einem harten Leben. Vielleicht hat ihn die Fahrt so sehr angestrengt, dass er sich erst einmal davon erholen muss. Er ist auch nicht mehr der Jüngste - aber wirklich lieb.

 

13.05.2020

Heute hieß es Daumen drücken für Struppi. Zu der 12jährigen Abgabehündin (siehe "was gestern geschah" vom 30.04.2020) hatten wir kaum Informationen. Es stellte sich heraus, dass sie unkastriert war und schon scheinschwanger. Zu allem Übel entdeckten unsere Tierärzte auch noch mehrere kleine Mammatumore. Die Blutuntersuchung war in Ordnung, also stand einer OP nichts im Wege. Die Tumore wurden entfernt, die Hündin kastriert und gleich noch der Kehlkopf geröntgt, da von Struppi öfter trockener Husten zu hören war. Das Ergebnis war zufriedenstellend, ihr Kehlkopf ist normal. Etwas in Sorge waren wir schon, da uns der Sohn der ehemaligen Besitzerin berichtete, Struppi hätte wohl nur am Halsband an einer sehr kurzen Leine neben dem Rollator herlaufen müssen. Immerhin konnte er seine betagte Mutter schließlich dazu überreden, ihr ein Geschirr anzuziehen. Scheinbar sind glücklicherweise keine bleibenden Schäden entstanden. Bereits am Nachmittag durften wir Struppi wohlbehalten, nur noch ein wenig benommen, vom Tierarzt abholen.

 

12.05.2020

Wieder gibt es gute Neuigkeiten, von denen wir mit einem Schmunzeln berichten können: Unser Tierheimauto fuhr mit Elena nach Dresden Striesen, um sie in ihr neues Domizil zu bringen. Zuerst warteten Mario und die brave Hündin ganz geduldig vor dem falschen Haus. Da im Kreuzungsbereich ein Haus mehrere Eingänge zu jeder Straßenseite hatte und ausgerechnet in diesem Eingang zufällig jemand mit demselben Nachnamen wohnte, kam es zu dieser Verwechslung. Es klärte sich jedoch zügig auf. Elena lief in schnellen Schritten zum richtigen Haus mit. Sie erkannte die junge Familie wieder und freute sich. Die Treppen stellten kein Problem dar, nur an der Kondition wird sie noch üben müssen. Kein Wunder, sie war das ja hier nicht gewohnt. Während des vertraglichen Teils der Vermittlung holte sie sich immer wieder von jedem Streicheleinheiten ab. Auch Mario bekam "Streicheleinheiten", aber ganz anderer Art: irgendetwas krabbelte ihn in den Haaren. Also kurze Unterbrechung, sanft und ohne Zwischenfälle die kleine Biene befreit und an die frische Luft entlassen und weiter ging der Spaß. Elena entdeckte nämlich im Spiegel einen Hund, den sie kritisch beäugen und leise anknurren musste. Als sich dann auch Mario und die neuen Besitzer im Spiegel zeigten, war der Spuk vorbei. Elena hatte wohl schnell kapiert, dass keine Konkurrenz droht ;) Als der Abschied nahte, blieb die Hündin im Türrahmen der Küche stehen und blickte Mario hinterher, als wolle sie sagen: "Du gehst? Ok, machs gut, aber ich bleib hier!"

 

11.05.2020

Nach Schaf Magda hat ein weiteres betagtes Schäflein unsere Herde verlassen. Shaun nahmen wir mit drei weiteren weiblichen Schafen im Frühjahr 2008 aus einer viel zu engen reinen Scheunenhaltung auf. Bereits seit Wochen hat sich ihr Alter immer mehr bemerkbar gemacht und heute früh lag sie schwach auf der Seite. Josi und Annett richteten sie auf, aber sie war einfach zu sehr vom Alter geschwächt und matt. Gemeinsam legten sie daher behutsam Stroh unter Shaun, versuchten, ihr Futter und Wasser anzubieten, was diese aber verschmähte. Das einzige, was wir noch tun konnten, war, den Tierarzt anzurufen, um das Schaf zu erlösen. Wenigstens war es der alten Dame Shaun noch einmal gegönnt, in Gemeinschaft mit ihren Artgenossen frisches Gras von der Weide zu fressen und im Stroh zu dösen. Sie hatte beachtliche 12 schöne Jahre bei uns verbringen dürfen.

 

09./10.05.2020

Am Samstag trafen wir uns mit fünf lieben Helfern (herzlichen Dank nochmal!) am Hofeteich, um den Amphibienschutzzaun abzubauen. Das Wetter meinte es diesmal gut und so ging uns die Sache rasch von der Hand. 
Nach einer Stunde war bereits alles im Auto verstaut. Die Bilanz der Krötenwanderung 2020 ist erschreckend. Innerhalb von 9 Wochen waren lediglich 127 Kröten und Frösche in den Eimern. Dass der Besitzer des Teiches diesen seit zwei Jahren im Sommer vollständig austrocknet, weil er das Wasser auf seine Felder umleitet, geht nicht spurlos an der Tierwelt vorbei. Logisch. Leider ist dagegen nichts zu machen. Somit werden wir uns sorgfältig überlegen, ob der immense Aufwand mit dem Krötenzaun (Aufbau, Abbau und 9 Wochen lang täglich mindestens 1x hinfahren , um die Eimer zu kontrollieren) wirklich noch lohnenswert ist. Oder ob es die wenigen Tiere nicht auch ohne unsere Hilfe über die Straße geschafft hätten. Zur Erinnerung: im Frühjahr 2018 hatten wir genau 500 Amphibien gerettet...

 

Fertig geimpft und startklar für einen baldigen Neuanfang ist Abgabekatze Patty ( siehe "was gestern geschah" vom 30.04.) bereits aus unserer Quarantäne entlassen und ins große Katzenhaus umgezogen.

 

08.05.2020

Mit einem guten Gefühl  von der wundervollen Vermittlung der schüchternen Marry-Ann kehrten wir ins Tierheim zurück. Die zurückhaltende Hündin ist bereits der vierte Hund aus unserem Tierheim, welche Familie in ihre Obhut nimmt. Ganz gezielt waren sie auf der Suche nach einem Hund, der es vielleicht nicht so leicht bei einer Vermittlung hat. Hundeerfahrung und ein guter Blick für die Bedürfnisse der Vierbeiner sind jedenfalls reichlich vorhanden. Die zurückhaltende Hündin schein gleich perfekt zu passen. Der Wunsch nach der Adoption von Marry-Ann verfestigte sich mit jedem Spaziergang. Nun lebt Marry-Ann auf einem großen Hof, mit schönem Haus nahe der brandenburgischen Grenze. Auch der bereits vorhandene Hund, der auch aus unserem Tierheim stammt, begrüßte Marry-Ann freundlich und lud sie ein, mit ihr alles zu erkunden. Aber dazu war die Hündin noch zu schüchtern, nach der anstrengenden Autofahrt. Es liegt eine spannende Zeit vor Marry-Ann, doch wir hoffen, auf ein langes harmonisches miteinander.

 

07.05.2020