Was gestern geschah

 

03.12.2021

Kaum war es wieder kalt geworden über Nacht, streikt die Batterie vom Tierheimauto erneut. So etwas kommt einem ja nie gelegen, ist aber trotzdem ärgerlich. Flux haben wir in der Werkstatt bescheid gegeben die uns ziemlich rasch und unkompliziert eine neue Batterie eingebaut haben. Nun erwarten wir die nächste Rechnung mit zähneknirschen.

Unsere beiden prächtigen alten Kater Josef und Purzel schienen wohl nach langem Burgfrieden eine Auseinandersetzung gehabt zu haben. Zumindest deuteten die gefundenenSpuren darauf hin. Purzel hatte einen kleinen Kratzer auf der Nase und Josef hat etwas Fell verloren. Meist hat es den Anschein als strafen sich beide mit purer Ignoranz, wenn sie drinnen an der warmen Heizung dösen. Wir beobachten die Szenerie weiter.

 

02.12.2021

Hundegebell erschütterte die Ruhe im Tierheim. Ein großer Transporter fuhr vor. Belanden war er mit allerhand Heu und Stroh für unsere Schäfchen und Nager - und natürlich als Schlafplatz für unsere Scheunenkatzen. Zuletzt waren unsere Vorräte an dem Rauhfutter ziemlich zusammengeschrumpft, sodass wir Nachschub geordert hatten. Mit vereinten Kräften fand Ballen um Ballen seinen Weg auf den Heuboden und wurde dort ordentlich aufgestapelt. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und der Transporter wieder auf der Straße.

Außerdem haben wir heute Kastrationsfäden gezogen. Amber, Yukari und Yumi waren ganz lieb und artig, hielten ganz still und ließen sich die Fäden ziehen. Die Nähte waren alle prima verheilt. So haben wir das gerne!

 

01.12.2021

Der erste Tag des letzten Monats im Jahr brachte uns gleich allerlei Durcheinander. Zuerst sollte Hündin Glory zur OP des Mammatumors. An sich mittlerweile keine spektakuläre Angelegenheit, mag sich manch einer denken. Die Tierärztin ist doch geübt darin. Allerdings kam alles anders. Kurze Zeit später rief die Veterinärin an, dass sie bei der üblichen OP-Voruntersuchung beim Röntgen einen Lungentumor feststellte. Zwar ist dieser noch klein, aber die Risiken einer OP an sich und der damit verbundenen Belastung für Glorys Immunsystem sind einfach zu hoch. Zumal Glory immer noch für ihre Größe zu dünn ist, sie hat bei uns bisher leider gar nicht zugenommen. Aus diesen Gründen beratschlagten wir und kamen überein, dass wir Glory keiner Operation unterziehen werden. Kurz nachdem sie aus der Narkose erwacht und wieder abgeholt wurde, klingelte es am Tor. Ein Hund wurde gefunden. Der kleine Beagle stromerte munter und vergnügt nahe eines Bahnübergangs umher. Wir konnten bei dem Kerlchen keinen Chip finden und nahmen ihn in unsere Obhut. Wir mussten kurzerhand die Schlafplätze unserer Hunde umplanen. Da es mittlerweile auch schon Öffnungszeit war, stand schon die erste Besucherin wie vereinbart am Eingang. Sie hatte Verständnis für unser ungeplantes Umhergewusel und wartete geduldig. Da der Beagle ruhig war (sowohl vorm Tor trotz Gebell der anderen als auch bei der Autofahrt, wie uns berichtet wurde), quartierten wir ihn im Raum neben den jungen Katzenkindern ein. Das war keine gute Idee, stellte sich heraus, denn alleine sein mochte der Fundhund gar nicht. Statt dem sinnbildlichen Katzenjammer gab es also Hundegewimmer. Die Katzen nebenan waren sichtlich irritiert. Gefressen hatten sie trotz der Aufregung dennoch wie die Wilden. Es war ihnen also nicht auf den Magen geschlagen. Als es schon langsam dunkel wurde, meldete sich ein Herr am Tor, der seinen entlaufenen Beagle suchte. Anhand von Fotos ließ sich einwandfrei beweisen, dass es sich um den bei uns abgegebenen Hund handelte. Der Beagle wäre aus dem Grundstück ausgebüchst. Eigentlich sei er auch gechippt, meinte der Besitzer. Wir gaben ihm den Rat, dies noch einmal beim Tierarzt kontrollieren zu lassen. Die Hauptsache war, dass endlich Mensch und Tier wieder vereint waren. Den Hinweis, das Grundstück nach Schwachstellen abzusuchen, nahmen sie mit auf den Heimweg. Schließlich sollte der Beagle nie mehr in die Verlegeneheit kommen, sich seine Freiheit selbst zu bestimmen.

 

30.11.2021

Heute war ein relativ verregneter Tag, den die Tiere am liebsten drinnen in den geschützten Räumen verbrachten. Wir können es natürlich gut nachvollziehen. Fast die einzige Aufregung des Tages war die Wartung der Kläranlage, die besonders die Hunde etwas in Aufruhr brachte. Aber das war zügig erledigt und die Hunde beruhigten sich wieder. Am späten Nachmittag fiel uns auf, dass eine der Rotlichtlampen den Geist aufgegeben hatte. Ein Versuch, diese zu reparieren, scheiterte leider, da zwar die Leuchte aus Metall ist, aber innen, das Gewinde für die Glühbirne, aus Plaste ist. Und genau da war ein Teil weggebrochen. Sie haben ja auch schon ein paar Jährchen "auf dem Buckel" und Hitze wie Frost miterlebt. Glück im Unglück möchte man sagen, da die Nächte momentan nicht ganz so eisig sind. Unsere Scheunenkatzen verkriechen sich derweil ins Heu oder in die isolierten Hütten. Davon haben sie ja einige zur Auswahl. Falls jemand von Ihnen helfen kann und möchte, auf unserem amazon- Wunschzettel haben wir eine solche Rotlichthängelampe hinzugefügt. Die Scheunenkatzen würden Ihnen, wenn sie könnten, ganz laut maunzend und schnurrend Danke sagen. Am Montag noch haben es sich alle drei (Evi, Avery und Friedrich) fast übereinander liegend darunter gemütlich gemacht. Friedrich hat Avery sogar geputzt. Das war so niedlich, aber leider konnten wir den Moment nicht bildlich festhalten, da gerade weder Kamera noch Handy greifbar in der Tasche waren.

 

29.11.2021

Da unser Auto wieder fahrbereit war, und nun der verschobene Kontrolltermin der Naht an Askos Auge nachgeholt werden konnte, fragten wir beim Tierarzt an. Dieser vermeldete einen spontan abgesagten Termin und somit hatten wir das Glück, just in dem Moment davon Nutznießer zu sein. Wir fuhren also gleich los. Der Tierarzt war zufrieden, dieses Mal hatte Asko nicht mehr geschubbert. Wahrscheinlich hatte er selbst gemerkt, dass dies nicht förderlich war. Nun endlich der langersehnte Moment, Asko durfte seinen Halskragen ablegen. Fäden müssen nicht gezogen werden, da an der doch empfindlichen Stelle resorbierbare eingesetzt wurden. Wir sind froh, dass im zweiten Anlauf nun alles gut verlaufen ist. 

 

27./28.11.2021

Der erste Advent bescherte uns zwar keinen Kerzenschein, aber eine Art "Erleuchtung" bezüglich Rufus. Bei dem von entzündeten Pfoten (genauer gesagt seinen Zehenzwischenräumen) geplagten Rüden erreichten wir mit den Waschungen keinen wirklichen Erfolg. Nun müssen wir davon ausgehen, dass dies ein Ausdruck einer Nahrungsmittelallergie sein könnte und haben seinen Futterplan dementsprechend umgestellt. Hoffen wir, dass wir damit richtig liegen und Rufus endlich wieder sorgen- und trichterfrei seinem Rudel beiwohnen kann. 

 

26.11.2021

Wieder trieb uns die Sorge um Katze Kirby um. Die Schilddrüsenmedikamente schienen zu wirken, Kirby nahm stetig zu doch wir hatten das Gefühl, dass ihr Urin auffällig roch. Da ihre Niere leicht geschädigt ist, wollten wir nichts riskieren und sind mit ihr in die Tierarztpraxis gefahren. Autofahren steht auf der Liste der Dinge, die Kirby nicht mag, ganz weit oben. In der Praxis angekommen, war nicht nur Kirbys Magen, sondern auch ihre Blase völlig entleert. Wir nahmen den unplanmäßigen Besuch zum Anlass, auch gleich Kirbys Schilddrüsenwerte kontrollieren zu lassen.

Am Nachmittag war dann ein Mitarbeiter der Werkstatt unseres Vertrauens am Tierheim, um sich um unser gutes Tierheimauto zu kümmern. Wie er festgestellt hat, war glücklicherweiße nichts gravierendes Defekt. Lediglich die Batterie war entleert. Warum und wieso konnte er sich auch nicht erklären, da wir kurz zuvor noch gefahren sind. Dennoch waren die Spuren des Eindringlings deutlich im Motorraum zu sehen. Er hat sogar in seiner Raserei die Karte vom Service geschreddert. Jedenfalls sind wir froh, dass unser fleißiges Mobil wieder fährt.

 

25.11.2021

Ein ungebetener Gast hatte sich unerlaubterweise Zutritt verschafft. Vermutlich hat es sich ein Marder im Motorraum unseres Tierheimautos gemütlich gemacht. Zumindest deuten die Spuren an jenem Ort darauf hin. Das Auto bliebt also heute stumm und wir mussten unsere Besorgungsfahrt auf ein Privatfahrzeug umlegen. Dasselbe galt auch für die anberaumte Vermittlung von Kätzchen Sakura. Als wir im Katzenhaus waren, um die Kleine einzuladen, wurde die Transportbox erst einmal von den neugierigen Geschwistern okkupiert. Gar nicht so leicht, alle Kätzchen so zu sortieren, dass nur Sakura in der Transportbox war. Allerdings auch eine gelungene Abwechslung, da die meisten Katzen die Anwesenheit einer Transportbox missbilligen. Auf der Fahrt war die hübsche Mieze ganz artig, ab und an streckte sie eine Pfote heraus und freute sich, wenn wir diese kurz hielten. Nachdem uns das Navi erst einmal an einen völlig falschen Ort geschickt hat, kamen wir mit Verspätung dann doch am richtigen Haus an. Dort erkundete Sakura erst einmal vorsichtig das neue Terrain. Die bereits vorhandene Katze, die ebenfalls aus unserem Tierheim stammt, beäugte den Neuzugang skeptisch, kam dann herunter und beide trafen sich unter einem Stuhl. Nase an Nase nahmen sie Kontakt auf, nur um dann wieder gesunden Sicherheitsabstand zu wahren. Wir sind voller Hoffnung, dass die beiden sich bald aneinander gewöhnen und vielleicht auch dicke Freunde werden.

 

24.11.2021

Nachdem sich die Fundkatze "Sieglinde" gut um ihre Kleinen kümmerte und diese zu proppeligen aktiven Kids heranwuchsen, war es an der Zeit, die Mutti kastrieren zu lassen. Leider misstraut uns Sieglinde immer noch, so dass das Einfangen in der Box keine leichte Aufgabe war. Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir Sieglinde nach erfolgreich überstandener Kastration wieder an den Fundort aussetzen. Wir machen der Katze wahrlich keine Freude, wenn wir sie eingesperrt lassen und ihr unsere Nähe aufzwingen. Am späten Nachmittag durften wir Sieglinde wieder aus der Praxis holen und sie konnte in aller Ruhe in einem extra Käfig ihren letzten Rausch ausschlafen.

 

23.11.2021

Vielleicht haben Sie schon unseren "neuen" altbekannten Notfall gesehen. Rüde Casper. War er nicht vermittelt, werden sich die aufmerksamen Leser vielleicht fragen. Ja, das war er. Leider fügte er sich nicht so in das Zusammenleben ein, wie die Familie sich das vorstellte. Sie hatten ihn liebgewonnen, keine Frage, aber da nach einigen Diskrepanzen keine Einigkeit und kein richtiges Vertrauensverhältnis mehr herrschte, nahmen wir Casper wieder bei uns auf. Der große Wuschel jault, dass sogar die Katzen in der Quarantäne zusammenzucken, und mag überhaupt nicht hier sein. Deshalb suchen wir für ihn auf schnellstem Wege ein Zuhause, das auf Casper zugeschnitten ist und wo er möglichst nicht alleine bleiben müsste. 

 

22.11.2021

Wie das Brezelbacken ging es heute beim Tierarzt zu. Vier unserer jungen Kätzchen wurden kastriert. Die vier Schwestern Yumi, Yukari, Sakura und Amber waren gar nicht davon begeistert das es kein Frühstück gab. Und noch dazu wurden sie dann auch noch in Transportboxen gesetzt und mit dem schaukelnden Auto umher gefahren. Da war der Katzenjammer groß. Am Nachmittag war alles überstanden. Alle Mädels hatten den Eingriff gut überstanden und konnten abgeholt werden. Im gut beheizten Auto ging die Fahrt zurück. Ihr Schlafhäuschen war bereits vorbereitet. Yari, der den Nachmittag ganz allein im Haus verbracht hatte, war ganz verunsichert als seine Schwestern noch etwas wackelig auf den Beinen die Transportboxen verließen und sich einen Schlafplatz suchten. Am Abend waren aber alle wieder auf den Beinen als wäre nie etwas gewesen. Wunderbar!

 

20./21.11.2021

Viele hilfsbereite Menschen bedachten uns wohlwollend mit zahlreichen tollen Spenden. Hauptsächlich brachte man uns Futter für unsere Schützlinge, dabei wurden auch die Wildvögel nicht vergessen.  Bevor der Winter kommt, sollen sie ja schließlich genauso ihre Reserven aufbauen und sich auf die gewohnte zuverlässige Fütterung bei uns verlassen können. Ebenso erhielten wir wichtige Coronatests (wegen der kommenden 3G- Regel am Arbeitsplatz benötigen wir ja nun Unmengen davon) sowie ganz viele neue Geschirre und Leinen für unsere Hunde. Der ein oder andere ehemalige Pflegling von uns sagte dabei persönlich "Hallo", was uns natürlich immer enorm freut. Die Hunde freuen sich ebenfalls über uns, aber noch glücklicher sind sie, wenn sie merken, dass sie natürlich wieder mit nach Hause dürfen. 

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Spendern ganz herzlich bedanken! Gerade in diesen schwierigen Zeiten sind unsere Tiere auf Ihre Unterstützung angewiesen und wir schätzen Ihre große Hilfsbereitschaft sehr. Herzlichen Dank noch einmal!

 

19.11.2021

Seit langer Zeit gab es wieder einmal "Zuwachs" bei unseren Scheunenkatzen. Eine Tierfreundin hatten die beiden Mädels aufgenommen, aufgepäppelt, kastriert und liebevoll versorgt. Leider hat sich gezeigt, dass die beiden Katzen mit menschlicher Nähe überhaupt nichts anfangen können. Die zwei ganz scheuen Schwestern, Irene und Ilona, haben also einen Käfig in der Scheune bezogen. Dort bleiben die beiden vorerst, um sich an die neue Umgebung, die Gerüche und Geräusche zu gewöhnen, ehe sie selbst entscheiden dürfen, ob sie bei uns leben möchten oder sich doch eine neue Heimat suchen werden. Wir sind gespannt.

 

18.11.2021

Rüde Asko sollte zur Nachkontrolle seiner Naht am Auge. Diesmal war der Doc zufrieden, bisher verläuft die Wundheilung nach Plan und der große Blonde hat sich nicht wieder wundgescheuert. Toi toi toi, wir hoffen doch stark, dass es so bleibt!!! Bei der Gelegenheit wurden auch geich noch die Kastrationsfäden gezogen. Auch da gab es keinen Grund zur Beanstandung seitens des Tierarztes. Nur der ungestüme Rüde, der Warten und Stillsitzen total blöd findet, klagte sein Leid während der Fahrt, im Warteraum und zurück in seiner verordneten Quarantäne, als wäre er in Lebensgefahr.

 Allen Grund zu Jammern hätte dagegen Hündin Merry, die sich aber still ihrem Schicksal ergab. Im Februar 2019 vermittelt, befand sie sich in letzter Zeit einige Male auf Pension bei uns, weil Herrchen zu verschiedenen Ärzten musste. Es kam, wie es niemand gewünscht hätte, dennoch zu erahnen war: schweren Herzens gab er uns telefonisch Bescheid, er müsse die 10 jährige Hündin nun leider für immer wieder zurückgeben. Er selber war krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage, sich um Merry zu kümmern und auch die Nachbarn sind derzeit selbst in Quarantäne und können nicht einspringen. Noch am selben Tag holten wir Merry daher ab. Vermutlich denkt sie noch, dass sie wieder "nur" auf Pension ist, was ihr die Situatuion vorerst erleichtern vermag. 

 

17.11.2021

Auch heute hatte unser Tierheimauto einen Auftrag. Der kleine Kater Arbuz war bereit für die große weite Welt. Bevor er jedoch sein neues Reich erkunden konnte, musste er erst ca. eine halbe Stunde im Auto mitfahren. Nach erster Unruhe legte er sich hin und schnurrte munter in seiner Transportbox. Da waren die katzennärrischen Hunde, die in einem Ortsteil von Stolpen auf ihn warteten, wesentlich aufgeregter. Nachdem die vorige Miez leider verstorben war, fehlte die Samtpfote sowohl den Zwei- als auch den Vierbeinern sehr. Diese Lücke darf nun Arbuz wieder komplettieren. Das Haus befindet sich in einer neugebauten Wohnsiedlung mitten im Grünen, hier fährt jeder wirklich Schritt und es gibt einige freilaufende Katzen. Zum Beispiel die der Nachbarn. Sie hat augenscheinlich den Posten des Pförtners in ihre Pfote genommen, denn jeder Neuankömmling wird von ihr freundlich begrüßt. Kaum war Mario aus dem Auto, kam sie schon und schmierte. Er hatte also den Eingangstest bestanden und durfte weiter ;)

Da die Hunde immer noch mega gespannt waren, durfte Arbuz zuallererst im Obergeschoss aus der Box und konnte sich mit der neuen Umgebung ein wenig vertraut machen. Als von ihm ein Miau ertönte, rief ihn sein neues Frauchen, Arbuz hörte und beide stiegen langsam die Treppe hinab. Nachdem sich die Hunde schnell beruhigen konnten, nahm Arbuz voller Vorfreude auf seine neuen großen Kumpels Tuchfühlung auf. Angstfrei gab er ihnen gleich Köpfchen und alle waren sofort Freunde. Wenn die Hunde zu stürmisch angerannt kamen, sprang er aus dem Weg, und die schlauen Hunde verstanden schnell, dass er diese wilde Art nicht so mag. Außerdem musste das Katerchen ja noch alle Kratz- und Klettermöglichkeiten in Augenschein nehmen. Als ihn im Wohnzimmer Stimmen ansprachen bzw riefen, schaute Arbuz erst irritiert und dann voller Neugier zu den beiden Graupapageien. Noch mehr Kumpels. Das kann ja aufregend und spannend werden. Am nächsten Tag erhielten wir schon die Nachricht, dass Arbuz sich verhält, als wäre er schon immer dort. Die Nacht verbrachte er kuschelnd mit einem der Hunde im Hundebettchen. Kater Arbuz hat sein perfektes Zuhause gefunden. Auch sein Bruder Jagody ist völlig hundevernarrt und sucht noch einen ebenso schönen Platz. 

 

16.11.2021

Man hätte den Eindruck gewinnen können, dass das Tierheim einen Tier-Taxi-Service aufgemacht hat, sooft wie wir heute hin und her gefahren sind. Die erste, ganz planmäßige, Fahrt führte den großen Kupidon und die zarte Malissa in die Tierarztpraxis. Zahnsanierung stand bei beiden an, wobei Kupidon nur um einen großen fies-abgebrochenen Eckzahn erleichtert wurde. Und weil wir schon einmal in der Praxis waren, wollten wir uns einen Termin für den Rüden Rufus holen. Seit einigen Tag lahmt der Rüde zusehends stärker und wir waren arg besorgt. Wie es der Zufall so wollte, wurde just für den selben Tag ein Termin in der Praxis abgesagt und Rufus wurde "eingeschoben". Also wieder zurück zum Tierheim, Rufus einpacken und wieder los. Derweile war Kupidon schon wieder munter und gar nicht zufrieden, dass er immernoch in der Praxis war. Kupidon also wieder ins Auto, während Rufus untersucht wurde. Seine Lahmheit rührt von einer Hautentzündung zwischen den Ballen. Warum es ihn dort so juckt, bleibt wohl sein Geheimnis. Gegen das Knabbern und Lecken muss Rufus nun einen Halskragen tragen. Außerdem bekommt er zwei mal täglich die Pfötchen mit medizinischem Shampoo gewaschen. Wieder mit beiden Rüden im Tierheim, war dann auch Malissas Zahnsanierung vollendet und die Hündin auch munter. Diesmal ist der liebe Senior Emil mit in die Praxis gefahren, weil er seine jährliche Impfung bekommen musste. Und schon war das Tierheimauto wieder mit Emil und Malissa auf dem Rückweg. Doch leider sollte dies nicht das letzte mal am heutigen Tage sein. Die Naht an Askos Auge sah gar nicht gut aus, es schien an einer Stelle offen zu sein. Ein kurzer Anruf in der Klinik genügte und der Chefarzt beorderte Asko auf den Behandlungstisch. Gesagt, getan. Asko hatte sich offenbar trotz Halskragen am Auge geschubbert, sodass die Naht aufgegangen war. Selbst auf der selben Seite an der Letzte hat er sich wund geschubbert. Die Wunde am Auge wurde erneut genäht. Am späten Abend waren dann doch alle Hunde und Mitarbeiter wieder im Tierheim angekommen und bereit fürs Bett!

 

15.11.2021

Mit seiner faszinierenden, gemütlichen Art konnte unser großer Wuschel- "Berg" Everest eine junge Familie beeindrucken. Im Landkreis Bautzen in einer kleinen ruhigen 100 Einwohner zählenden Gemeinde ist der Rüde nun heimisch. Er sah das Ganze zwar noch etwas skeptisch, wir sahen nämlich, dass seine Rute eingeklemmt war. Ansonsten war ihm äußerlich nichts anzumerken. Er wirkte wie die Ruhe selbst, wie ein Fels in der Brandung. Standhaft und schwer wie ein Stein blieb er dann auch vor den Stufen stehen. Ein Glück, dass es einen Hintereingang gibt, wo der Große nur 2 kleine Stufen bewältigen braucht. Eine schöne Wiese davor lädt ein zum Schnuppern und Dösen. Das erkundet er dann allerdings ohne uns in aller Ruhe. Mit Glastüren hatte er wahrscheinlich bisher keine Erfahrungen gesammelt, denn er stupste leicht dagegen. OK, hier gehts also nicht weiter. Gemütlich tapste er ein paar Schritte weiter und erschnupperte langsam seine neuen vier Wände. Als Frauchen ein Glas Wasser für unsere Mitarbeiterin sowie Leckerlis für Everest holte, schaute der große Wuschel erst zur Mitarbeiterin und dann zur Frau. Die Neugier über das, was sie in der Hand hielt, überzeugte ihn schließlich mehr und er ging zu ihr. Das war doch schon ein schöner Beweis, dass er den Rückhalt seiner gewohnten Tierheimbetreuerin gar nicht mehr braucht. Der Anfang in seinen neuen Alltag ist gemacht. Gemächlich schlumperte er uns hinterher, als wir uns in der Wohnung umsahen. Zwischendurch ließ er sich Kraulen und schien zufrieden zu sein, seine Rute jedenfalls hing nun entspannt und unaufgeregt nach unten. Beim Abschied war der große Rüde auch nicht sonderlich über unsere Abreise beeindruckt. Er blieb da, wo eine spannende Zeit auf ihn wartet. Wir sagen Danke und wünschen eine lange harmonische Zukunft.

 

13./14.11.2021

Da der 13. einerseits kein Freitag war und wir andererseits nicht abergläubisch sind, fuhren wir nach Radebeul, um Katze Mijou zu vermitteln. Halb in der Box drinnen "quetschte" sich noch Franek dazwischen, der aber wieder hinausgeschoben werden musste. Schließlich stand Mijou heute im Mittelpunkt. Ein einziges Mal maunzte Mijou während der Fahrt, ansonsten war sie eher verschüchtert und still. Die große lichtdurchflutete Wohnung ließ selbst uns im ersten Moment staunen. Keine Frage, hier wird sich das Katzenmädchen wohlfühlen. Damit die Zarte nicht sofort von den vielen Eindrücken "geplättet" ist, entschieden wir uns, ihr zur Eingewöhnung zunächst nur das Arbeitszimmer zur Verfügung zu stellen. Bereits im Vorfeld konnten wir viele Fragen beantworten und Tipps geben. Auch vor Ort gab es noch einige Anregungen, die dankbar und wissbegierig angenommen wurden. Mijou verschaffte sich, zu unserer Überraschung, einen ersten Überblick über ihr neues Reich und lief etwas im Zimmer umher, teils geduckt, teils hinter dem Mobiliar versteckt. Nachdem wir sie etwas in Ruhe ließen und derweil zusammen die anderen Räume ansahen und den besten Platz für die Utensilien besprachen, erlaubte sich Mijou einen Streich mit uns. Zurück im Arbeitszimmer war sie nirgends aufzufinden. Nanu? Aber fort sein kann sie doch nicht. Nun begannen wir, äußerlich ruhig und innerlich ganz aufgeregt, vorsichtig in alle möglichen Ecken zu lunzen. Und tatsächlich, Mijou hatte sich ganz clever versteckt, zwischen Sofa und Regal, so dass wir sie von der Türseite aus nicht entdecken konnten. Hach, wir waren erleichtert. Es wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass sie ihre neuen Dosenöffner etwas auf Trab hält ;) Bereits nach zwei Tagen erhielten wir die frohe Botschaft, dass Mijou schon die Nähe sucht, kurz mit Nase und Kopf die Hände der neuen Besitzer anstupst und gestreichelt werden möchte. Sie fühlt sich im Arbeitszimmer wohl und ist, dem Homeoffice sei Dank, nie alleine. Liebe Mijou, wir freuen uns für Dich. Du hast nun den Anfang gemacht und Deine Geschwister werden hoffentlich auch bald ihr eigenes Kuschelkörbchen beziehen dürfen. 

 

12.11.2021

Eine besorgte Bürgerin rief uns an, informierte uns, dass ihr Sohn bei der Arbeit an einer Baustelle eine ganze Menge Katzen gesehen hat. Seinen Recherchen nach kümmert sich eine Dame um die Tiere. Am letzten Tag seiner Baustellentätigkeit traf er die Frau an, wo sich bestätigte, dass sie die verwilderten Tiere täglich füttert. Dennoch war die Anruferin besorgt, bat darum, dass wir nachhaken. Wir informierten eine befreundete Tierschützerin, die sich vor Ort zeitnah selbst ein Bild der Lage machte. Der Grundstückseigentümer war über die Tätigkeit der Dame informiert, der "Katzenschuppen" in einem einwandfreien Zustand, eine Lebendfalle stand auf dem Grundstück und die (sichtbaren) Tiere alle wohlgenährt. Offenbar wird unsere praktische Hilfe hier nicht benötigt. Dennoch sind wir froh zu hören, dass es Leute gibt, die sich mit Herz und Verstand um die zurückgelassenen und vergessenen Streuner bemühen. Und vor allem dafür Sorgen, dass das Katzenleid mittels Kastration eingedämmt wird.

 

11.11.2021

Zum Karnevalsbeginn schunkelte unser Tierheimauto nach Dresden. Es hatte einen Steinschlag in der Frontscheibe, der dort professionell behoben wurde. Nach ungefähr einer Stunde war alles erledigt und wir durften wieder heimwärts fahren. Das ging so schnell, wird man noch völlig jeck!

"Kamelle" gab es außerdem für Boris. Das Ergebnis der Blutuntersuchung war sehr zufriedenstellend. Wir hatten Sorge, da Boris relativ viel getrunken hat, aber dies war wohl doch nur eine Nebenwirkung seiner Magenverstimmung. Diese war mittlerweile Geschichte und Boris fühlt sich viel viel besser. Alaaf und Helau!

 

10.11.2021

Es ist uns geglückt, für den 18jährigen Kater Moritz ein liebevolles Zuhause zu finden. Die Fahrt führte uns nach Coswig. Während Moritz in den ersten Minuten der Fahrt noch unablässig miaute, entspannte er sich zusehends. Im neuen Heim angekommen begann er gleich seine Erkundungstour und war gar nicht ängstlich. Das erfreut nicht nur uns, sondern auch seine neue Familie. Er bekam von uns noch sein gewohntes Futter mit, um ihm die Umgewöhnung etwas zu erleichtern. Es ist so schön, dass der liebe Moritz seinen letzten Lebensabschnitt nicht im Tierheim verbringen muss, sondern wieder ein warmes Plätzchen auf dem Sofa zum Schlummern gefunden hat und so viel gestreichelt wird, wie er es möchte. Ein wahrer Erfolg für uns und Moritz.

 

09.11.2021

Bei schönstem Sonnenschein begannen wir die Vorbereitungen unsere Schafe in ihr Winterquartier umzusiedeln. Das Eintreiben war dann doch nervenaufreibender als sonst. Die Kamerunschafdame Wilma fand leider den Ausgang nicht und die Herde wollte ohne sie nicht weitergehen, also sind sie umgedreht und wieder ins Gehege gelaufen. Also ein neuer Anlauf, diesmal haben es alle nach draußen geschafft doch der Bock Lenni schlug irgendwie den falsch Weg ein und rannte unter die großen Tannen, und seine Kameraden hinterher. Mit Fingerspitzengefühl konnten wir sie von dort aus in die richtige Richtung lenken und von da an liefen sie wie am Schnürchen in ihren großen Stall in der Scheune. Puh, dass war wirklich aufregend aber es ist alles gut gegangen.

 

08.11.2021

Zu unserem großen Glück haben wir für Hund Akso zeitnah einen OP Termin bekommen. Er soll nicht länger als nötig die Schmerzen durch das Rolllid ertragen müssen. Der Chefarzt persöhnlich nahm sich für Asko Zeit, untersuchte ihn gründlich und besprach alles mit uns. Den Eingriff selbst hat Asko gut überstanden. Bei der Gelegenheit wurde er auch gleich kastriert. So wird ihm nicht nur eine Narkose erspart, sondern er muss auch nur einmal einen Halskragen tragen. Am späten Nachmittag holten wir ihn wieder ins Tierheim, wo er sich erst einmal erholen konnte. Nun hoffen wir auf eine komplikationslose Wundheilung.

 

06./07.11.2021

Die Blutergebnisse von Kater Moritz lagen vor. Moritz hatte eine Anämie und seine Entzündungswerte waren erhöht. Abgesehen davon war sein Blut viel besser als die Tierärztin gedacht hat. Er hat kein Nierenproblem und auch die Schilddrüse funktioniert tadellos. Moritz schnabuliert artig sein Diätfutter. Sowohl Durchfall als auch Erbrechen waren kein Thema mehr für den betagten Kater. Das freut nicht nur uns, sondern auch die Interessenten die sich nach dem alten Kater erkundigt hatten. Daumen Drücken, damit er bald umziehen kann!

Die Quarantäne verlassen durfte Wonneproppen Purzel. Der hübsche Kater hat alle Impfungen gut überstanden und kann sich nun die frische Luft im Auslauf um die Nase wehen lassen oder gemütlich im beheizten Innenraum auf dem Sofa lümmeln.

 

05.11.2021

Leider mussten wir auch heute wieder unplanmäßig zum Tierarzt fahren. Dem alten Kater Moritz ging es gar nicht gut. Er war geplagt von Durchfall und Erbrechen, und wir deswegen in Alarmbereitschaft. Aufgrund seines Alters und weil er zu dünn ist, wollten wir ein Blutbild anfertigen lassen, 
doch leichter gesagt als getan, denn Moritz knauserte bei jedem Tropfen. Er bekam zwei Spritzen, die ihm hoffentlich rasch gegen die akuten Probleme helfen werden und in den nächsten Wochen bekommt er Magen-Darm-Diätfutter.
In den kommenden Tagen werden wir dann erfahren, ob sein Blutbild noch anderen Baustellen offenbart.

 

04.11.2021

Paul und Maxi, unsere beiden Wellensittiche, duften heute in ihr neues Zuhause umziehen. In Radeberg wartete bereits ein netter Schwarm, wo Paul und Maxi nach überstandener Quarantäne einziehen dürfen. Ihr neues Frauchen kennt sich wirklich gut mit Vögeln aus, hat sogar die Sachkunde abgelegt und kümmert sich ehrenamtlich auch um gefiederte Notfälle. Da in ihrem Schwarm zuletzt eine kränkelnde Wellensittichhenne gestorben war, entstanden freie Kapazitäten die künftig mit Paul und Maxi aufgefüllt werden. Wir waren beeindruckt, wie liebevoll sie von jedem einzelnen Wellensittich aus ihrem Schwarm berichtete. Von der Vorgeschichte, der Krankenhistorie und dem Beziehungsstatus wusste sie ganz genau Bescheid. Beim umsetzen der beiden Wellis Paul und Maxi fand auch gleich die Eingangsuntersuchung statt. Die Beiden waren gut beeinander und hatten ein paar Gramm zuviel auf der Brust. Das wird sich sicher ändern, wenn sie erstmal ihre Flugmuskulatur regelmäßig trainieren dürfen. Wir sind glücklich, die beiden in so guten Händen zu wissen.

Rüde Boris durften wir heute zum Blutabnehmen und Röntgen vorstellen. Allein in seiner Pfote stecken eine ganz handvoll Schrotkugeln. Zusätzlich hat er eine alte Fraktur in der Mittelhand, die aber bereits verwachsen war. Da er aber keine Schmerzen zu haben scheint, ersparen wir ihm eine Operation. Trotz seiner großen Angst war er wirklich tapfer. 

 

03.11.2021

Auch bei der dieswöchigen Tierarztvisite waren die Patienten wieder zahlreich. Kirbys Schilddrüsenwert war leider um das doppelte angestiegen, obwohl sie schon Tabletten bekommt. Die Tierärztin vermutete dies schon am Vortag. Dies begründet sich darin, dass der ausgemergelte Körper die Schilddrüse unterdrückt. Da Kirby bei uns aber regelmäßig Futter bekommen hat, zeigte sich nun das volle Ausmaß. Ihre Tablettendosis wurde nun mehr als verdoppelt und wir hoffen, sie so zu unterstützen. Zumindest hat die alte Miez aufgehört zu brechen. Wenigstens etwas positives. Elf weitere Katzen wurden untersucht und anschließend geimpft. Zum Glück ging es allen soweit gut. Unsere Scheunenkatze Evi hatte zuletzt ein wenig Haarausfall, sodass wir ihr ein Mittel gegen Flöhe verabreicht hatten. Dies schien angeschlagen zu haben, denn das Fell wuchs langsam nach. Auch der zuletzt abgegebene Hund Asko wurde untersucht. Nicht zu übersehen war sein tränendes rotes Auge, welches die Tierärztin als Rolllid diagnostizierte. Eine sehr schmerzhafte Erkrankung, wo sich das Augenlid einrollt und auf dem Augapfel reibt. Askos ehemaligen Besitzer wussten wohl davon, haben es aber nicht operieren lassen. Wer weiß wie viele Jahre der Hund mit dem schmerzenden Auge schon leben musste. Diese Tatsache macht uns echt betroffen. Wir vereinbarten zeitnah einen Operationstermin, um den Labrador-Eurasier-Mischling von den anhaltenden Schmerzen zu befreien. Bis zu dem Termin bekommt er drei mal täglich Augentropfen. Nächster Patient war Rüde Boris, der eine auffällige Verdickung an der Vorderpfote hatte. Da diese total verhärtet war, wollte die Tierärztin zur Abklärung ein Röntgenbild anfertigen. Außerdem fiel auf, dass Boris viel trinkt. Er wird also in den nächsten Tagen ein Termin in der Praxis wahrnehmen müssen.

 

02.11.2021

Auch heute war wieder ein "Katzentag". Kirby musste zum Tierarzt, um eine Blutprobe abzugeben. Sie fühlte sich nicht wohl, hatte erbrochen und die Schilddrüsenwerte mussten kontrolliert werden. Einige Empörungs-Maunzer später durfte Kirby wieder zurück auf ihre Wärmflasche im Körbchen und ruhte sich von dem Stress aus. Das Ergebnis werden wir hoffentlich morgen zur Tierarztvisite schon erfahren können.

Am Mittag machten sich Jago und Aladdin auf, um ihr zukünftiges Revier kennenzulernen. Die beiden "Schloss-Brüder" durften zusammen umziehen, was für Aladdin besonders wichtig war. Noch schüchtern wollte er nämlich überhaupt nicht aus der Transportbox heraus. Jago war inzwischen schon in purer Entdeckerlaune, nichts war ihm zu hoch oder zu ungewohnt. Selbst das Fensterbrett erklomm er in "Null-komma-nichts". Zimmer für Zimmer eroberte er im Sturm und rief immer wieder nach seinem Bruder. Dieser kam tatsächlich auch heraus und lief- im Gegensatz zum selbstbewussten Jago - jedoch in geduckter Haltung durch die Wohnung. Bis er uns Menschen entdeckte. Er verharrte und legte sich neben der Küchenzeile ab, um abzuwarten, ob Gefahr drohe. Langsam schlich er schließlich weiter und wir getrauten uns fast gar nicht, überhaupt zu atmen, um den kleinen Kater nicht zu verschrecken. Endlich ging auch er auf kleine Erkundungstour und blieb eine Weile vor dem Spiegel im Schlafzimmer stehen. Sein Gegenüber machte komischerweise immer dieselben Bewegungen wie er. Das beobachtete er eine ganze Weile, bis er seinen Brudeer nun um Hilfe rief. Dieser hatte sich inzwischen schon streicheln lassen und wollte gerade Richtung Toilette abbiegen. Aber halt, der Hilferuf seines Bruders war wichtiger. Wie niedlich es doch war, die beiden zu beobachten. Wir waren unendlich froh, dass Jago und Aladdin zusammenbleiben durften, und die Katerchen schienen ebenso darüber erleichtert zu sein. Am nächsten Tag erhielten wir schon die ersten Bilder. Zu viert wurde schon auf dem Sofa gekuschelt und bewegte Bilder im viereckigen Kasten angeschaut. Der absolute Hit waren aber die vielen tollen Klettermöglichkeiten an der Wand. Ein Traum wurde für die beiden wahr.

 

01.11.2021

Der neue Monat begann gleich mit einer gelungenen Zweier- Vermittlung. Nachdem sich die Katzenmädchen Liczi und Morela von ihren Kastrationsfäden verabschiedeten, sagten sie auch ihren Geschwistern Lebewohl. Fortan leben die beiden in Pulsnitz in einer schönen großen Wohnung mit Aussicht. Die Fahrt währte nur kurz, und sehr zu unserer Freude fingen beide schon in der Transportbox mit Schnurren an. Wahrscheinlich eher aus dem Grund, sich gegenseitig zu beruhigen, aber es klang auch für uns angenehm. In der Wohnung war Morela die aufgeschlossenere, die sogleich alle Winkel erkundete und auf das Sofa sprang. Als sie auf dem Stuhl saß, fragten wir noch, ob die katzen künftig auch auf den Tisch dürften. Die neuen Dosenöffner waren noch unentschlossen. Pfiffig wie Morela nun einmal ist, hatte sie ihnen die Entscheidung abgenommen und erkundete auch die Tischoberfläche. Die neuen Besitzer wurden also mit charmanter Art überredet ;) Liczi verhielt sich etwas zaghafter, aber sorgte ebenfalls für ein Schmunzeln. Sie fand reges Interesse an der Gießkanne, in deren Öffnung ihre Pfötchen so gut hineinpassten. Keine Sorge, das war nur Leitungswasser. Auch eine Blattplanze musste herhalten, nicht giftig aber die langen Blätter luden direkt zum Spielen ein. Zwischendurch wurden beide Zweibeiner von den zwei Katzenschwestern innig beschmust. Wir nutzten einen dieser Momente aus und entfleuchten fix durch die Tür. Nun hoffen wir, dass die anderen vier Geschwister ebenso schnell ihr eigenes Zuhause finden. 

 

30./31.10.2021

Manch einer freute sich über das schöne Wochenendwetter, einige frönten ihrer Leidenschaft für das Verkleiden, nur einer war sehr traurig und heulte wie der Wolf bei Vollmond: Hund Asko. Da sich sein Besitzer beruflich neuorientierte und viel auf Reisen war, musste der 4jährige Rüde leider ins Tierheim umziehen. Den Rudeltest hier vor Ort hatte der beige Labrador- Eurasier- Mischling bestanden. Leider war es seinem Besitzer anscheinend nicht wichtig, ihn aktuell impfen zu lassen. Dies ist umso trauriger, weil es natürlich die Quarantänezeit für den lieben, aber gerade einsam gewordenen Rüden verlängert. Hoffen wir, dass sich Asko - auch dank seiner Bestechlickeit mit Futter und Knabbereien- schnell eingewöhnt. 

 

29.10.2021

Ein letztes Mal in diesem Jahr startete unser Hausmeister den Rasenmäher vor seiner verdienten Winterruhe. Nachdem auf dem ganzen Gelände das Grün gestutzt wurde, schob er den großen Mäher auf unsere Schafweide. Dort hatten die Wolltiere einige ungeliebte Gräser ziemlich hoch stehen lassen. Diese wurden in einigen Stunden gemäht, sodass im kommenden Jahr frisches saftiges Grün nachwachsen kann. Noch genießen unsere Schäfchen die sonnigen Tage, doch schon bald werden auch sie in die Scheune umziehen. Nach getaner Arbeit wurde der Mäher dann gründlich gereinigt und sicher verstaut.

 

28.10.2021

Ein Tag, an dem beinahe nichts besonderes geschah, der aber dennoch vollgespickt mit großen und kleinen Dingen war. Das sonnige Herbstwetter kam wie gerufen zum Fotos machen mit den Hunden. So konnten wir noch einigen Paten hübsche Urkunden erstellen und versenden. Die abgemagerte Fundkatze Kirby fühlte sich nicht so gut. Mit der Wärmflasche im Körbchen und einer bunten Auswahl an Trocken- und Nassfutter wird sie sich hoffentlich wieder berappeln. Und auch der alte Moritz freute sich über eine Wärmflasche bei einem seiner zahlreichen Nickerchen. Auf unserem Scheunenboden haben wir das Heu noch einmal gewendet. Und weil wir schon einmal da waren, haben wir die kleinen Unordnungswichtel vertrieben und alle Transportboxen, Tonnen, Körbchen, Kisten, Volieren, Käfige und Eimer sortiert und ordentlich aufgestapelt. Außerdem beschäftigten wir uns mit der Vorbereitung der "Wunschzettel" unserer Tiere. Diese Kärtchen hängen dann in einem Monat in Fressnapfmärkten am Weihnachtsbaum. Hoffentlich gehen die kleinen Wünsche in Erfüllung.

 

27.10.2021

 Everest durfte heute das Hundebad einweihen (wir haben dies gleich als "Foto der Woche" festgehalten). Wie es sich für einen "Berg" gehört, liegt der Rüde nämlich immer mitten auf dem Hof. Decken? Pah, das ist was für Weicheier, ein Everest hält das für unnötig. Sein Lieblingsplatz ist - bei Wind und Wetter - der natürliche Untergrund. Sein Fell trug dementsprechend mittlerweile eine schöne bunte Mischung aus Erde und Gras. Für solche Fä(e)lle haben wir ja schließlich ein neues Hundebad. Das große Schwergewicht hatte sich gut hineinheben lassen und blieb artig drinnen stehen. Alles funktionierte einwandfrei. Test bestanden, und auch der Hund ist wieder frisch. Nach dem Abtrocknen konnte sich Everest draußen noch ein wenig in der Herbstsonne bei lauem Wind trockenfönen lassen. 

 

26.10.2021

 Schnurrende Mitfahrer reisten heute mit uns zwei Orte weiter. Freiwillig tapsten Zen und Amondo in die Transportbox. In einem großen Mehrfamilienhaus in Großröhrsdorf dürfen die beiden nun ihrem Spielvergnügen freien Lauf lassen. Das taten sie auch sofort, als sich die Tür der Box öffnete. "Juhu, alles unsere", schienen sie zu jubeln. Sie hatten von der ersten Minute an ein riesen Gaudi. Amondo erklomm als erster den Kratzbaum. Dann erspähten sie die auf dem Schrank oben abgestellten Kartons, die sie natürlich zum Erkunden sofort hingestellt bekamen. Zen war sogar so energiegeladen, dass er Mario als Sprungbrett nutzte, um von ihm aus auf den Tisch und von da aus aufs Fensterbrett zu springen. Der Ausblick auf die Straße, den Garten (mit den gefiederten Freunden), vorbeilaufende Kinder, die aussteigenden Fahrgäste des Busses..., ein rundum großes Katzenkino wird ihnen da geboten. Die Wohnung ist weiträumig und bietet außerdem zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen und Klettern. Die nächste Attraktion mit Wandbrettern ist schon in Planung. Als Mario wieder den Rückweg ins Tierheim antrat, ward er von den Katzen überhaupt nicht beachtet. Sie erkundeten weiter vergnügt ihr großes Spieleparadies.

 

25.10.2021

 Unser Hausmeister hatte alle Hände voll zu tun, die Sturmschäden zu beseitigen. Überall lagen Äste. Zum Glück hatte es niemanden getroffen oder irgendetwas beschädigt. Aber das Geäst räumt sich leider nicht von alleine auf. Einige Hunde halfen auf ihre Art mit, indem sie die Haufen, die Herr Kuwan fein zusammen gestapelt hatte, wieder schön im Gehege verteilten. Das war ein Spaß. Zwar mehr für die Hunde als für unseren Hausmeister, aber er nahm es mit einem Lächeln und setzte seine Arbeit lieber ungestört in der Mittagspause fort. In der Zwischenzeit befreite er die Koniferen und Lebensbäume vor dem Büro von den abgeknickten Zweigen. Es ist nun etwas lichter geworden. Die Natur hat eben mehr Gewalt als man sich manchmal wünscht. Auch die Beseitigung des vielen Laubs, was der Sturm abgeworfen und hergewedelt hat, ist bei weitem nicht an einem Tag zu schaffen. 

 

23./24.10.2021

 Wir haben schon so viele Katzen in ein schönes Zuhause vermitteln dürfen und immer noch warten so viele andere Katzen auf ebensoviel Glück. Gibt es überhaupt noch so viele tolle Plätze? Unsere Samtpfoten warten und hoffen, dass sich ihr Wunsch bald erfüllen möge. Wie demnächst auch unser "jüngster" Neuzugang "Maxel". Der kastrierte schwarz-weiße Kater ist ca 7 Jahre alt und verlor heute sein Zuhause, weil seine Besitzerin ins Altersheim musste. Maxel war, das möchten wir dem Kater hoch anrechnen, trotz seines Umzugs ausgesprochen lieb zu uns und nahm gleich in seinem neuen Körbchen Platz. Nur Fressen mochte er noch nichts, dafür war die Situation dann doch zu aufwühlend und ungewohnt. 

 

22.10.2021

 Aus der Rubrik "Auch das gibt's" wollen wir Ihnen heute einen Einblick geben, was uns neben der sowieso schon knapp bemessenen Zeit für unsere vielen Tiere unnötigerweise Energien raubt. Bereits zum dritten Male meldete sich eine ältere Dame, die gesundheitlich angeschlagen sei und sich deshalb nicht mehr um ihren Hund kümmern könne. Es handle sich um ein kleines Kerlchen, der ihr wohl ganz schön auf der Nase herum tanzen würde. Er soll sogar schon seine Beißerchen eingesetzt haben. Als es darum ging, einen Termin für einen Rudeltest auszumachen, hörten wir eine Weile nichts mehr von ihr. Es folgte ein weiterer Anruf, auch da konnte oder wollte sie nichts genaues mit uns ausmachen. Erst beim sage und schreibe dritten Anlauf war es der Frau anscheinend doch ernst genug und es wurde ein Termin festgesetzt. Wir richteten für den kleinen Hundemann also eine gemütliche Unterkunft her, unser Mitarbeiter fuhr extra eine halbe Stunde eher von Zuhause los, damit er rechtzeitig da ist und schon einmal den Vertrag vorbereiten kann. Da kam eine Stunde vor dem geplanten Termin die telefonische Absage. Man habe von einem anderen Tierheim eine Zusage bekommen. Wir freuen uns natürlich für den Hund, dass für ihn gesorgt wird und er in fachmänische Hände kommt. Dennoch ist es wirklich echt schade, dass unsere wertvolle Zeit so sinnlos vergeudet wurde. Dies ist leider kein Einzelfall. Besonders oft erleben wir folgende Situation bei Katzen. Wir bereiten alles vor und dann taucht einfach niemand auf. Dabei wäre es doch unserer Meinung nach nicht zuviel verlangt, uns wenigstens rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn eine andere Lösung gefunden wurde. 

 

21.10.2021

 Unser lieber Mario und sein Vater waren so hilfsbereit und haben sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit der Renovierung und Neugestaltung unseres Katzenauslaufs angenommen. Die Witterung hinterließ bereits deutliche Spuren. Alle Achtung, Marios Vater ist handwerklich echt geschickt und es wurde gebohrt, geschraubt, gesägt, alles zum Wohle unserer Schützlinge, die den Freigang im gesicherten Auslauf über alles lieben. Nun ist wieder alles ganz, wasserfest, die Gefahren der Splitter sind gebannt. Eine echte Glanzleistung, die selbst Bauleiter Kater Josef beeindruckt (siehe Foto der Woche).

Trotz Sturm kamen am Mittag stellvertetend für die Klasse 3 a  der 59. Grundschule Dresden zwei Schüler, um Spenden vorbeizubringen. Sie veranstalteten einen Kuchenbasar, dessen Geld einer bedürftigen sozialen Einrichtung zugute kommen sollte. Die Klasse entschied sich für unser Tierheim. Wir durften heute deshalb stolze 100 EUR in bar und diverse Sach- und Futterspenden im Empfang nehmen. Rüde Everest sagte im Namen aller Tiere herzlich Danke (Fotos finden Sie unter "Neues").

 

20.10.2021

Ein vollbeladener Einsatz für unser Tierheimauto. Gleich 6 Tiere hatten Termin in der Praxis. Das war eine Fahrt à la Bremer Stadtmusikanten. Nicht, dass alle übereinander gestapelt waren, sondern weil jedes Tier anders gesungen hatte. Und noch dazu jedes Tier das andere übertönen wollte. Da soll man sich noch aufs Fahren konzentrieren. Keine leichte Aufgabe. Im Nachhinein können wir herzhaft darüber lachen. Rin und 4 Katzen blieben dort. Paul wurde sofort im Ultraschall durchgecheckt und durfte dann gleich wieder mit zurück. Das Ergebnis ist, naja, sagen wir mal, durchwachsen. Es hätte schlimmer sein können, aber erfreulich ist es auch nicht. Pauls Lahmheit kommt durch Altersdegeneration, Spondylosen plagen ihn und ein alter Bruch im Oberschenkel wurde entdeckt, der völlig im Zickzack zusammengewachsen ist. Die Milz ist vergrößert, ebenso ist seine rechte Herzkammer, was die ganze weitere Therapie bezüglich der Herzwürmer erschwert. Wir überlegen ganz genau, ob wir ihm das zumuten können. Das Risiko, dass er an der Therapie sterben könnte, ist bei dieser Vorgeschichte viel höher. Also behandeln wir nun erst einmal seine Ehrlichiose. Danach schauen wir, wie es ihm geht und entscheiden sorgfältig über ein weiteres Vorgehen. 

Ganz "unspektakulär" waren im Gegensatz dazu die geübten Handgriffe unserer Tierärztin bei der Kastration unserer Katzenmädchen Cytryna, Limonka, Liczi und Morela. Rin bekam eine Zahnbehandlung und durfte sich von 7 Zähnen verabschieden, eine Nachbehandlung ist nicht erforderlich. Gegen Abend holten wir die 5 Tiere ab und sie durften sich in ihre Kissen und Körbchen betten. Alle außer Rin. Denn der Rüde lief schon wieder munter auf dem Hof umher.

 

19.10.2021

Heute dürfen wir die Anzahl unserer in Obhut befindlichen Katzen wieder um eins reduzieren. Der liebe "Kartoffelkater" Potatoe hat nun in Radeburg sein Domizil bezogen. Er fand die Fahrt zwar nicht unbedingt zum Jubeln, aber er arrangierte sich schnell mit der Situation und war umso glücklicher, als sich in der Wohnung die Transportbox endlich öffnete. Als er jedoch merkte, dass alles anders roch, wäre er im ersten Moment gern wieder in der Box verschwunden. Aber wir waren schlauer. Die Transportbox war bereits verschlossen. Somit nahm der Kater die "Einladung" an, sich umzusehen. Ausgiebig wurde jedoch die Katzentoilette beschnuppert, von außen, von oben, am Einstieg... Moment, das riecht doch nach jemand anderem. Nochmal ein Näschen voll genommen und geschaut, ob dieser "Jemand" in der Nähe war. Potatoe traute sich gar nicht so recht. Er schmierte an der Waschmaschine, kam auf Zuruf zu uns und zum neuen Frauchen, schmuste auch da und ward wieder im Bad verschwunden. Wir ließen ihn machen. Der bereits dort wohnhafte Kater Benni (auch aus einem Tierheim) kam kurz gucken und machte dann einen großen Bogen. Nach dem schriftlichen Teil schauten wir wieder nach Potatoe, der zwischenzeitlich einen Abstecher in die Küche wagte. Auch der Kater Benni musste mit kontrollieren, was da vor sich ging. Er schlich sich langsam an, schnupperte, fauchte und Potatoe blieb ganz ruhig und drehte sich etwas weg. Somit waren die Fronten schnell geklärt, Benni erkannte, dass Potatoe ihm das Revier nicht streitig machen will. Wirklich hervorragend, wie die Beiden reagiert haben. Das letzte bißchen Unsicherheit, ob alles gut gehen würde, war am nächsten Morgen verflogen, als wir die Nachricht erhielten, dass beide schon aus einem Napf fressen, spielen und toben. Na, wer hätte das gedacht, dass das so schnell geht. Klingt nach einer neuen Freundschaft. 

 

18.10.2021

Wegen Pflegefall der Eltern wurde uns heute ein etwa 18 Jahre alter Kater abgegeben. Moritz stammte ursprünglich aus einem anderen Tierheim, diese konnten ihn allerdings wegen Überfüllung nicht zurücknehmen. Sie gaben das OK, dass er in unsere Obhut darf. Der schwarze Kater ist ein ganz lieber Bursche, er versteckt sich nicht und redet auch mit uns. Das hat uns positiv überrascht. Jedoch scheint er Zahnprobleme zu haben, oder er hat gar keine Zähne mehr, wir wissen es nicht. Auffällig ist, dass er in einer Tour sabbert und das Futter nur mit Mühe greifen kann. Einen Tierarzt hat der Ärmste wohl seit seiner Übernahme aus dem Tierschutz nicht mehr gesehen. Wird Zeit, dass wir das zeitnah ändern. Damit er sich endlich wieder wohl fühlen kann.

 

16./17.10.2021

Trotz Wochenende stand unser Telefon nicht still. Eine Frau rief an, da sie in einem Grundstück eine Katze in einem schlechten Zustand erblickt hatte, die humpelte. Es war nicht weit weg von uns und so waren wir schnell vor Ort. Als wir bei dem Gehöft klingelten, wo die Katze saß, wurden wir von dem Herrn des Hauses nett empfangen. Er konnte uns einiges zu der Katze sagen: Sie ist von einem Bauernhof in der Nähe, leider seit Tagen wieder rollig und wird von den Katern belästigt und bedrängt. Das ist ein wahrer Katzenjammer. So bitter es klingt, aber da die Katze einen Eigentümer hat, können wir sie nicht einfach zu uns nehmen. Das wäre Diebstahl. Wir können nur das Beste hoffen und unsere Hilfe anbieten. Ohne alle Bauern "über einen Kamm scheren" zu wollen, doch gerade auf alten Bauernhöfen begegnen wir immer wieder dem Typ Mensch, der die Katzen einfach sich selbst überlässt, der sich uneinsichtig zeigt und mit der Floskel kommt, "das haben wir schon immer so gemacht", "früher hat auch keiner danach gefragt" und "das regelt die Natur schon alleine".  Die Notwendigkeit einer Kastration wird von vielen leider immer noch nicht eingesehen und so müssen wieder einmal die Tiere darunter leiden.

    Ein anderer Anruf galt einem aufgefundenen Igel. Er wurde in einer Kiste gesichert. Die Finder können sich aber nicht um ihn kümmern, da sie verreisen. Wir sind jedoch ein Tierheim und keine Wildtierauffangstation, wir können auch nur versuchen, weiterzuvermitteln. Die Igelhilfe Radebeul wäre ein Ansprechpartner, dort sind aber alle Kapazitäten bereits ausgeschöpft. Nach näherem Nachfragen bei den Findern stellte sich heraus, dass der Igel weder verletzt noch zu schwach ist, also gaben wir den Rat, ihn einfach wieder in die Freiheit zu entlassen, eine geschützte Rückzugsmöglichkeit anzubieten und, wenn möglich, noch etwas Futter hinzustellen. Die Temperaturen sind noch nicht so eisig, dass ein gesunder Igel unser Eingreifen benötigt. Unter "Infomaterial" finden Sie eine kurze Übersicht, wann Hilfe wirklich erforderlich wird. Oder sie informieren sich auf der Seite von pro-igel.de.

 

15.10.2021

Der Fressnapfmarkt in Coswig hat uns informiert, dass dort wohl eine Menge Sachspenden für uns zur Abholung bereit liegen. Glücklicherweise durften wir noch am selben Tag unser Tierheimauto aus der Werkstatt holen, wo es "Winterschühchen" bekommen hat. Wir fuhren also los und luden all die guten Sachen aus dem Fressnapfmarkt ein. Noch am selben Tag, brachten uns Freunde des Tierheims die Spenden aus dem Fressnapf in Weixdorf. Wir hatten also reichlich zu tun mit auspacken, sortieren und ordnen. Auch für die Meerlis war ein gesunder Snack dabei, den diese sofort verspeist haben.

 

14.10.2021

Das verregnete Wetter machte heute weder Mensch noch Tier Freude aber wir hatten ein wenig Zeit für die Dinge, die sonst auf die lange Bank geschoben werden. Bei den Meerlis wurde gründlich ausgemistet und das ganze Inventar geputzt. Als Belohnung für die Geduld und die ganze Aufregung gab es für die Nager nicht nur einen großen Strohhaufen zum drin spielen und verstecken, sondern auch leckere Kräuter. Das glückliche gequiecke hat uns sehr entzückt. Rüde Everest bekam von uns seinen wolligen "Pony" gekürzt. Ganz ungläubig schaute er in die Welt und überraschte uns dann mit einer witzigen Spielaufforderung. In der Scheune haben wir auch "Revue" gemacht, Pakete ausgepackt, Futterlager sortiert und alles einmal abgeputzt. Später haben wir uns noch einige Zeit zum Fotos knipsen genommen, damit wir Ihnen bald unsere niedlichen Schützlinge präsentieren können.

 

13.10.2021

Unsere routinemäßige Tierarztvisite fand heute unter dem Motto "Spaß mit Spritzen" statt. 18 Katzen und vier Hunde wurden heute gründlich untersucht und anschließend geimpft. Für alle Katzen ist es die zweite Impfung, sodass sie ihre Quarantäne bald überstanden haben und auf die Suche nach einem neuen Zuhause gehen können. Die kleine Miez, welche auf der Bundesstraße gefunden wurde, kam von der Tierärztin eine Kur gegen sämtliche Parasiten verordnet und sie, bzw. er, muss die kommenden sieben Tage auch noch Ohrentropfen wegen Milbenbefall bekommen. Zum Glück nahm er uns keine dieser Maßnahmen übel und schnurrte unablässig. Im Anschluss ging es an die Untersuchung der neuen Hunde. Malissa benötigt ebenfalls Ohrentropfen und sobald wie möglich eine Zahnsanierung. Kupidon hat ebenso einen ganz fies abgebrochenen Eckzahn, der ihm so sicher keine Freude bereitet und entfernt werden muss. Bei Rufus, Akim und Malu war soweit alles in Ordnung. Das Alter von Glory schätzt unsere Tierärztin auf 10 Jahre. Sie hat neben einer beidseitigen Augenentzündung auch Zahnstein und einen Mammatumor auf der linken Seite. Wegen einer Verletzung am Ohr bekommt sie nun erst einmal Antibiotika. Wir haben Glory Blut abgenommen um festzustellen, ob die Lady noch andere Überraschungen für uns bereit hält. Unter Protest hat auch Paul Blut abgeben müssen. Paul ist(wie wir, wegen eines organisatorischen Fehlers, erst im nachhinein erfahren haben) positiv auf zwei Reisekrankheiten getestet wurden und hätte so, laut Handlungsempfehlung des deutschen Tierschutzbundes, nicht ausreisen dürfen. Nun ist er aber hier und wir werden die notwendige Diagnostik und Behandlung durchführen, in der Hoffnung ihm helfen zu können.

 

12.10.2021

Was dieser Tag für Hündin Cleo noch bringen sollte, davon hatte sie bestimmt noch nicht einmal während ihres Mittagsschlafs geträumt. Statt wie gewohnt aufzuwachen und ihre Mahlzeit zu bekommen, durfte sie sich ihr Geschirr überstreifen und im Auto mitfahren. Ihre OP hatte Cleo mittlerweile bestens überstanden, die Fäden waren gezogen, alles war gut verheilt. Endlich durfte Cleo's neuer Lebensabschnitt beginnen. Die Fahrt bis nach Dresden verbrachte die Hündin still in der Transportbox. Wir mussten etwas abseits von der Wohnung parken und wurden dort bereits von ihrer neuen Familie erwartet. Zusammen ging es zur Wohnung. Auf dem Weg befanden sich, sehr zur Freude von Cleo, mehrere Schaufenster. In jedes lugte sie hinein und freute sich üner den Anblick des anderen Hundes. Einfach niedlich. Im Innenhof angelangt, bekam die große Dame die Möglichkeit, sich noch einmal zu lösen. Sie konnte sich an ihr neues Wohnumfeld herantasten und neue Gerüche erschnuppern. Da hatte sie doch tatsächlich ein Stück alte Pizza entdeckt, das wohl jemandem nicht geschmeckt hat. Aber artig ließ sie sich von dem Verzehr abbringen. Nach einer kleinen Runde gingen wir zusammen ins Haus und in den Fahrstuhl. Was Cleo davon hielt? Sagen wir mal so, Cleo stand darin wie ein Schaf. Bedeutet:  erstmal stehenbleiben und abwarten, was passiert. Tja, die Hündin sieht eben nicht nur so ähnlich aus wie ein Schaf, sie kann auch gut imitieren. Bis auf das Blöken, das hat sie noch nicht in ihrem Repertoire ;) An der Wohnungstür kam sie dann ins Stocken. Grund war der Holzfußboden, dem sie vom ersten Anblick her nicht zu trauen schien. Ganz vorsichtig tippte sie mit einer Zehe das Parkett an, dann mit zwei Zehen, bis sie sich überzeugte: ok, hält! Dann endlich erkundete sie die Stube. Dort passierte ihr ein Mißgeschick, und sie lief gegen die Balkontür. Ach Cleo, da musst du das nächste Mal aber besser aufpassen. Als es Zeit für uns war, den Heimweg anzutreten, erhielt Cleo ihre vorhin entgangene Mahlzeit. Unser Plan ging auf und Cleo bemerkte unsere Abreise gar nicht.

 

11.10.2021

Katze Thalia hat nun einen neuen Wirkungskreis. In einem Mehrgenerationenhaus in einem Ortsteil von Sebnitz wohnt bereits eine liebe rumänische Hündin namens Fina aus unserem Verein. Nun durfte eine Etage höher die junge Katze Thalia einziehen. Beinahe hätte sich Kater Jago mit in die Transportbox geschmuggelt, aber der blinde Passagier fiel uns noch rechtzeitig auf. Spätestens am Gewicht der Transportbox hätten wir den kleinen Schelm letztenendes sowieso bemerkt. So kam es, dass alleinig die richtige Katze mit uns auf Reisen ging. In der großen Wohnung versteckte sich die Hübsche zunächst, aber ihre Zurückhaltung währte nicht lange. Schon kurz darauf stiefelte Thalia los, erst leicht geduckt und mit langem Hals, um die einzelnen Zimmer zu erkunden. Sie flitzte schließlich sogar ausgelassen umher und fand alles spannend, Sogar im Arbeitszimmer darf sie sich austoben. Das nahm Thalia nur allzu wörtlich, hoppste auf den Schreibtisch und hätte mit ihren Pfötchen beinahe die Brille hinunter gewischt. Ach, was solls, das wäre auch kein Beinbruch gewesen. Das neue Herrchen nahm es locker. Eigentlich rief der Schutzvertrag nach Unterzeichnung, aber es war einfach zu herrlich, Thalia zuzuschauen. Die Tochter nahm sich eines der Spielzeuge, die extra für Thalia gekauft wurden, und siehe da, die Auswahl hätte passender nicht sein können. Thalia liebte dieses Spielzeug mit den Federn dran vom ersten Moment an, sie spielte munter los und schnurrte dabei, es war eine Augenweide. Na, wir befürchten, da wird das Homeoffice wohl erst nach den ausgiebigen Spieleinlagen stattfinden können. Thalia wird sich königlich ausruhen, während ihr Dosenöffner arbeitet. Rollenverteilung á la Katzenart? - geklärt;) Nach einer Eingewöhnungszeit dürfen sich dann Hündin Fina und die Miez Thalia langsam annähern und sich hoffentlich gut ergänzen. Während das schwarze Katzenmädchen noch im Spiel vertieft war und das Spielzeug erste Federn lassen musste, begrüßten wir vor der Rückfahrt noch die einstige "Hauswalderin" Fina und konnten uns von ihrem Wohlergehen überzeugen.

 

09./10.10.2021

Ein schwarzer Tag in der Tierheimgeschichte:

Gleich von zwei Hunden mussten wir Abschied nehmen. Auch wenn wir um den Gesundheitszustand wussten, hatten wir insgeheim die Hoffnung, noch viel mehr Tage mit ihnen verbringen zu dürfen. Doch Nixy tat sich am Wochenende ungewöhnlich schwer mit dem Aufstehen und das Atmen bereitete ihm große Schwierigkeiten. Ihm war nicht nach Fressen zumute und mehr als sonst suchte er unsere Nähe. Dabei hörten wir ihn leise wimmern. Ganz so, als würde er um Hilfe bitten. Und als ob das nicht schon traurig genug wäre, wirkte Hündin Nao nach dem Füttern plötzlich orientierungslos und konnte sich kaum noch bewegen. Wir erkannten, dass ihre Augen blutunterlaufen waren und sie nichts mehr sehen konnte. Wie uns die Tierärztin später mitteilte, war der Auslöser dessen eine Bluthochdruckspitze. Wir handelten jedenfalls schnell und riefen bei der Veterinärin an, die sich sofort auf den Weg zu uns machte. Leider blieb der Tierärztin keine andere Möglichkeit mehr, als Nixy und Nao von ihren Schmerzen zu erlösen. Die Hunde waren auf ihre weichen Kissen gebettet im Kreise ihrer bekannten Pfleger, die beiden Trost und Herzenswärme spendeten und sie ein letztes Mal - unter Tränen - streichelten.

 

08.10.2021

Es sollte wieder voller bei den Hunden im Tierheim werden. Der Transporter der Smeura fuhr vor und mit geübten Handgriffen verließ einer nach dem anderen die Transportbox. Untermalt wurde das durch Akims Stimmchen, dem es einfach nicht schnell genug gehen konnte. Es war wirklich ein bunter Mix an Hunden, nicht nur optisch, sondern auch vom charakterlichen ersten Eindruck. Der oben erwähnte Akim kam selbstbewusst aus der Box, rannte durch das Gehege als gehörte ihm die Welt. Irgendwie als wäre er der Klassenclown. Kupidon, auch ein imposanter Rüde, macht sich erst einmal klein, legte sich hin, ließ sich aber von Akim nicht auf der Nase herum tanzen. Rufus und Glory waren total faziniert von all dem Platz und dem Gras, zogen langsam ihre Kreise und beschnüffelten alles ganz genau. Tiba zeigte sich von ihrer besten Seite, holte sich Streicheleinheiten ab ohne dabei aufdringlich oder fordernd zu werden. Malissa war erst ganz starr vor Angst, wollte nicht aus der Box kommen. Wer waren auch all die Fremden und was wollten sie. Nach dem sie sich dann aber doch einen Ruck gegeben hatte und mit uns in das Gehege gelaufen war, belohnte sie uns mit schüchternem Schwanzwedeln und ganz sanften Annäherungsversuchen. Sie hat einen wirklich bezaubernden Blick. Im Gegensatz dazu kam dann Paul, der an der lockeren Leine neben uns her stapfte und erstmal Wasser aus jedem einzelnen der fünf Näpfen kosten musste. Hätte ja was anderes drin sein können. Er schaut echt drollig aus, hält aber auch nicht besonders viel allzu aufgeregten Artgenossen. Und dann war da noch Malu. Wir wussten, dass sie nicht an der Leine gehen kann und ihre Körpersprache war auf Flucht getrimmt. Wir trugen sie in den Auslauf, wo sie flux ans andere Ende lief, sich flach auf den Boden legte und sich nicht mehr rührte. Wer weiß welche schlimmen Dinge sie erwartet hat... Ab und zu kam Akim vorbei, wollte sie aufmuntern, doch Malu wollte sich am liebsten in Luft auflösen. Erst ein paar Stunden später, traute sie sich aufzustehen, ein bisschen umherzulaufen und sich auch zu lösen.

Ziemlich zeitgleich mit den Hunden, standen junge Leute vor dem Tor, die mitten auf der Bundesstraße eine kleine Katze aufgesammelt haben. Sie hockte einfach auf der Fahrbahn und wären die Leute nicht so geistensgegenwärtig gewesen, würde sie sicher nicht mehr leben. Wir schätzen das Würmchen auf ungefähr 5 Wochen.

 

07.10.2021

Voller Hoffnung brachte wir Dieter am Vormittag zu seiner Operation. Der Verdacht lag auf einem Milztumor, den zu entfernen "keine große Sache" wäre. Doch es sollte anders kommen. Mittags klingelte das Telefon: es ist kein Milztumor, es ist ein Leukosetumor, der komplette Darm befallen, die dazugehörigen Lymphknoten um ein vielfaches angeschwollen. Für Dieter gab es keine Rettung mehr, obwohl wir alles in unserer Macht stehende getan haben. Doch auch die besten Absichten helfen nicht bei solch schlimmen Krebsbefall. Leider ging es nicht besonders erbaulich weiter. Unser lieber Rüde Nixy war in der Tierklinik, Röntgen und CT. Was die Ärzte dort fanden war selbst für sie schockierend. Um es salopp auszudrücken: Nixy leuchtete im CT wie ein Weihnachtsbaum. Einfach alles war befallen und die rapide Verschlechterung legt nahe, dass es ein äußerst aggressives Tumorgeschehen ist. Entgegen den ärztlichen Rat ließen wir Nixy nicht sofort einschläfern. Wir wollten ihn noch einmal bei uns haben, ihn nach Strich und Faden verwöhnen und ihm zeigen, dass er geliebt wurde. Zusammen mit hoch dosierten Schmerzmitteln holten wir Nixy wieder aus der Klinik ab.

 

06.10.2021

Erneut durften wir einen unserer Schützlinge auf die Reise in sein neues Zuhause begleiten. Dieses Mal war jedoch keine Katze an Bord, sondern Hund Amir. Der verkuschelte sanftmütige Rüde schlich sich in die Herzen der Besitzer von unserem ehemaligen "Bewohner" Kater Theo. Der einäugige, ebenfalls kuschelbedürftige, einstige Fundkater hat sich dank seiner Dosenöffer zu einem ansehnlichen Prachtexemplar entwickelt. Amir hat jedoch an Katzen keinerlei Interesse, was er auch sogleich im neuen Zuhause unter Beweis stellte. Theo verfolgte jeden Schritt des Rüden, erst noch argwöhnisch mit langem Hals und buschigem Schwanz , aber die totale Entspanntheit von Amir ließ auch Theo bald entspannter sein. Als sich Amir aufs Sofa legte, gesellte sich Theo, ebenfalls ganz lieb, aber mit respektablem Abstand dazu. Das hat doch echt Potential für eine zukünftige harmonische Beziehung.

Überhaupt nicht harmonisch und positiv ist traurigerweise Dieters Krankheitsverlauf. Sein Zustand wollte sich einfach nicht bessern. Deshalb war er zum Ultraschall und zur Blutabnahme in der Praxis. Das Ergebnis ist erschreckend: Dieter hat einen Tumor. Das ganze Ausmaß und ob er schon gestreut hat, kann erst hundertprozentig in der Praxis bei einer OP erkannt werden. Wir vereinbarten zügig einen Termin.

 

05.10.2021

Die Glückssträhne bei der Katzenvermittlung setzt sich munter fort. Ein Herr in einem Dorf bei Bischofswerda freut sich ab heute über die Gesellschaft von Katze Mietzi. Beide hatten bei seinen vielen Besuchen schon Freundschaft geschlossen. Sobald der Mann aufhörte mit Kraulen, tätschelte Mietzi sanft mit der Pfote, damit er weiter mache. Obwohl in ca 3 Wochen die Wohnung saniert werden soll, konnte der nette Herr nicht länger auf Mietzi warten. Der Katze wird es egal sein, ob sie anfangs eben nur in zwei Räumen lebt. Die Stube war liebevoll mit Kissen fürs Fensterbrett, neuem Kratzbaum, Decken auf Sofa und Sessel sowie einem neuen Vorleger für den Stubentiger hergerichtet. Gedanklich schweiften wir ab und malten uns schon aus, wo denn ihr neuer Lieblingsplatz sein könnte. Die hübsche Glückskatze suchte, den rosaroten Vorstellungen zum Trotz, ihre Zuflucht aber lieber erst einmal im Bettkasten vom Schlafsofa. Naja, das war zwar nicht so geplant, aber die Katze hat schließlich das Entscheidungsrecht. Bereits am nächsten Tag erhielten wir die freudige Meldung, dass Mietzi sich abends wohl doch etwas einsam in ihrem Versteck fühlte und heraus kam. Sie benutzte artig die Katzentoilette, frass etwas und legte sich neben ihr neues Herrchen oben aufs Sofa. Seitdem ist das Eis gebrochen, Mietzi liegt am liebsten auf dem Schoß und lässt sich streicheln. Zufriedene Katze, zufriedenes Herrchen. Da sind natürlich auch wir zufrieden.

Im weiteren Verlauf des Tages konnten die schwarze Katzenmutti Wiara sowie ihre beiden Töchter bzw. Ziehtöchter Mijou und Idalia zum Tierarzt zur Kastration gefahren werden. Alles verlief ohne Probleme und so konnten wir sie am Nachmittag alle wieder abholen. Wiara war schon wieder gut auf den Beinen, nur Idalia und Mijou mussten wir separieren, damit sie in Ruhe ihren Rausch ausschlafen können.

 

04.10.2021

Dieser Monatsanfang steht definitiv im Zeichen der Katze. Denn heute hat Katze Sarah ihr komfortables Zuhause gefunden. Auch wenn die Katzendame das aktuell noch nicht so wahr nahm. Schon in der Box maunzte sie, aber die Vermittlung war ganz in unserer Nähe. Nach vielleicht 8 Minuten Autofahrt hätte sie schon wieder aussteigen dürfen. Sie wollte nur nicht. Der Versuch, sanft nachzuhelfen und die geöffnete Box ein wenig näher an die Katzentoilette zu schieben, scheiterete kläglich. Sarah erschrak, die Tür der Box polterte und schwupps, fand die scheue Kätzin hinter dem Sofa ihre Zuflucht. Dass sie sich zunächst verstecken würde, war allen bereits im Vorfeld bewusst und es sei ihr genehmigt, so lange sie möchte und solange sie es braucht. Von ihrem Versteck aus maunzte Sarah, als schien sie zu klagen und zu fragen, was hier los sei. Auf eine Antwort von uns Menschen folgte wieder ihr Gemaunze. Besonders einer der Söhne redete Sarah gut zu. Die andere Katze hatte er auch "zahm" bekommen, also schätzen wir, dass er ebenso Sarah aus der Reserve locken kann. Auch wenn es ihm schwer fiel, damit Sarah in Ruhe ankommen kann, hieß es erst einmal, Türe zu und die Katze nicht stören. In einigen Tagen wird Sarah dann gewiss auf die andere Katze des Haushalts treffen, die bisher immer sanfte Annäherungsversuche bei anderen Katzen zeigte. Klingt nach einer feinfühligen, harmonischen Art, die es Sarah hoffentlich erleichtern wird, den Anschluss zu finden und sich schnell heimisch zu fühlen. 

 

02./03.10.2021

Heute dürfen wir wieder eine gute Nachricht verkünden: Cinderella, die einstige Schlosskatze, hat ein Zuhause gefunden. Eine freundliche katzenvernarrte Familie in ländlicher Umgebung hat bereits einen Kater von uns, der nun heute die hübsche Miez kennenlernen durfte. Es verlief nicht ganz so rosig, wie es sein könnte, aber immerhin ist ja alles Neuland. Noch unentspannt von der Autofahrt fauchte sie den Kater an. Dieser reagierte jedoch ganz gelassen, in dem er einfach mal nichts tat. Somit weiß Cinderella, dass er nichts Böses im Schilde führt und sie ihn nicht fürchten muss. Fürs Erste ging sie ihm lieber aus dem Weg, sie musste sich ja immerhin orientieren, wo sie sich überhaupt befand. Streicheleinheiten abholen war ihr ebenso wichtig. Nach einigem Erkunden war sie scheinbar zufrieden und legte sich ins Bett. Es war so gemütlich, dass sie die Nacht dort verbrachte, ohne Berührungsängste zu zeigen. Der Kater hielt sich vornehm zurück und schlief unter dem Bett. Armer lieber Domino. Aber du weißt es ja am besten, es braucht alles seine Zeit.

 

01.10.2021

Jubiläum! Vor genau 25 Jahren eröffnete unser Tierheim "Hoffnung für Tiere" seine Türen für bedürftige, in Not geratene, verletzte oder vernachlässigte Tiere. Auch wenn damals die Bedingungen hier vor Ort viel primitver waren, so schlug das Herz wie heute für unsere Schützlinge. Ihnen gilt unsere Kraft und unser Einsatz. Mehreren tausend Tieren konnten wir seither helfen, sie gesund pflegen, in ein neues Zuhause vermitteln oder ihnen bei uns ein artgerechtes Leben ermöglichen. Ein besonderer Dank gilt unserem Tierarzt Dr. Dziwok, der von Anfang an leidenschaftlich für unsere Schützlinge da ist. Ein weiteres großes Dankeschön geht an all die Spender, Paten, Helfer und Adoptanten, sowie an die Mitarbeiter im Tierheim. Jeder davon ist ein Teil der Erfolgsgeschichte unseres Tierheimes. Und diese soll unbedingt weitergehen.

 

Als wir heute in unser großes Katzenhaus gingen, fanden wir Kater Max genau auf seinem Lieblingsplatz vor: unter der Decke auf dem Sessel. Mit Streicheln lockten wir ihn etwas hervor. Damit er beim Anblick der Transportbox nicht misstrauisch wird, widmeten wir uns auch Katze Sarah, die ankam und schmusen wollte sowie Mietzi, die auf dem Sofa thronte und maunzte, damit wir sie ja nicht vergessen. Nachdem alle etwas geknuddelt wurden, streichelten wir Kater Max quasi in die Box hinein, ein kurzer sanfter Schubs und zu die Tür. Dann hieß es für ihn Autofahren. Statt sich zu verkriechen und in die Decke einzuwickeln, wollte er wissen, was passiert. Doch nicht nur das, er machte es sich tatsächlich gemütlich, indem er die Decke wie ein Nackenkissen geformt unter sein Kinn schob. Zwischendurch erzählte er und schien zu fragen, ob wir bald da sind. In Dresden an den Ampeln nutzten wir die Rotphasen, um ihn durch die Box hindurch zu streicheln, was er sehr genoss. Er drückte sich von innen regelrecht dagegen. Nach einigen Extrarunden wegen der Parkplatzsuche erreichten wir endlich die Wohnung. Wie gewohnt war die erste Anlaufstelle zum Öffnen der Box vor der Katzentoilette. Max machte allerdings gekonnt einen Satz zur Seite und versteckte sich in der nächstbesten Ecke. Als sein neues Frauchen auf ihn einredete, kam er sofort hervor und ließ sich gleich streicheln. Da er sowieso schon sein Versteck verlassen hatte, konnte er sich nun auch umschauen. In der Stube fand der schwarze Kater schließlich die Ecke zwischen Sofa und Heizung am geeignetsten fürs erste Durchatmen. Wir ließen ihn die Situation erst einmal verarbeiten und kümmerten uns um alles Schriftliche. Danach schauten wir wieder nach ihm. Er war immer noch neben dem Sofa. Frauchen kraulte ihn in seiner Ecke und konnte ihn tatsächlich dazu bewegen, hervorzukommen. Dann wurde geschmust, als gäbe es kein Morgen. Unglaublich. Das neue Frauchen muss wirklich eine magische Katzenflüsterin sein. Derart bestärkt und in Stimmung gebracht, hoppste der Senior hoch auf das Sofa, wo sein Herrchen saß. Max schmiegte sich auch an ihn und an die Kissen. Er war so herrlich aufgeblüht und kaum wiederzuerkennen. Dies war das schönste Abschiedsgeschenk, was er uns machen konnte.

 

30.09.2021

Der Tag der Tierarztvisite nahte wieder einmal. Gleich elf Kätzchen bekamen heute einen Pieks. Bei der Voruntersuchung gab es keine nennenswerten Ausreißer. Der Seniorenkater Purzel wurde auch für eine erste Untersuchung vorgestellt. Neben etwas Dreck im Ohr, stellte die Tierärztin positiv fest, dass ein anderer Veterinär wohl früher schon einmal in Purzels Mäulchen „ordentlich aufgeräumt“ hat. Viele Zähne hat der Moppel nicht mehr, aber die die noch da sind, sehen sehr schön aus. Sowas hören wir sehr gern. Bei den Hunden bekamen Ramona, Everest und Rin ihre jährliche Impfung. Kater Dieter, der an Juckreiz leidet, scheint sich nicht wirklich besser zu fühlen. Wir hatten ihn zuletzt wegen Durchfall und Erbrechen auf ein magenschonendes Diätfutter umgestellt doch auch das bekommt ihm mehr schlecht als recht. Beim Abtasten fühlt die Tierärztin eine Auffälligkeit nahe der Nieren, weswegen wir einen für Dieter einen Termin zum Röntgen und zur Blutabnahme vereinbart haben. Dieter ist so ein lieber Kater, dass es einem so Leid tut. Leider gab es auch bei Nixy keine guten Neuigkeiten. Das Ergebnis aus der Pathologie sagt, es handelt sich um ein Karzinom. Nixy hat Krebs. Was für ein Schock. Um festzustellen wie weit der Tumor im Schenkelspalt nach innen wächst, oder ob man schon Metastasen sieht, werden wir mit Nixy ein CT durchführen lassen. Dennoch sind wir niedergeschmettert von dieser Diagnose. Armer Nixy.

 

29.09.2021

Unser Tierheim fährt immer so zuverlässig, wie ein treuer Freund. Doch auch Freundschaften wollen gepflegt werden. Da wir in letzter Zeit ein leichtes Quietschen wahrnahmen, ließen wir unseren Renault in der Werkstatt untersuchen- erst einmal  Entwarnung. Es ist nur ein Rostbelag, der auf den Bremsen liegt, was zum Glück die Fahrsicherheit keineswegs stört. Schätzungsweise im Frühjahr sollten die Bremsen dennoch erneuert werden. Außerdem wurde noch ein wackeliges Blech am Auspuff wieder festgemacht. Neue Reifen wurden bestellt, aber es ist verhext, der Reifenlieferant hat Lieferschwierigkeiten. Leider nur allzu oft haben wir dies in letzter Zeit bei Bestellungen von Medikamenten, beim Impfstoff für Katzen und sogar beim Tierfutter vernommen. Eine der negativen Auswirkungen, die Corona mit sich brachte.

Apropos bringen: Uns erreichte am Mittag ein Hilferuf einer aufmerksamen Frau, die eine Katze auf der Straße sah. Obwohl sie uns später berichtete, dass sie mit Katzen Berührungsängste hat, sammelte sie das schwach wirkende Tier ein und brachte es zum nächstgelegenen Tierarzt. Die notwendige Erstversorgung der völlig unterernährten Katze zahlte sie auch noch ganz hilfsbereit aus eigener Tasche. Danach fragte sie bei uns an, ob wir die Katze aufnehmen könnten. Selbstverständlich sagten wir zu und so kam das geschwächte, trotzdem liebe und dankbare Tierchen zu uns. Wir tauften die weiß-schwarze Miez "Kirby" und setzten sie in die Quarantäne vor einen reichlich gefüllten Futternapf. Wir konnten in dem Punkt aufatmen, da sie gut fraß. Die Arme wog jedoch nur 1,8 kg. Auch ihr struppiges Fell ließ nichts Gutes verheißen. Vorsorglich hielten wir später noch einmal Rücksprache mit unserer Tierärztin, die uns riet, die Katze persönlich noch einmal vorzustellen. Tatsächlich war es dringend, denn die Tierärztin musste die dehydrierte Katze infundieren. Außerdem wurde Kirby Blut entnommen und ins Labor geschickt. Morgen wissen wir hoffentlich schon mehr.

 

28.09.2021

Eine Familie, die sich in der Vergangenheit bereits sehr fürsorglich um einen kranken Kater aus unserer Obhut kümmerte, wollte den inzwischen leider freigewordenen Platz auf ihrem Sofa einer anderen bedürftigen Samtpfote anvertrauen. Die Wahl fiel auf Aniela. Während der Fahrt miaute sie ein wenig in der Box. Die Fahrt währte jedoch nur kurz und schon durfte sich Aniela, der Katzenengel, in ihren neuen Räumlichkeiten umsehen. Alles war ihr noch so fremd, so dass kaum noch etwas von der sonst so schmusigen Katze zu sehen war. Die Unsicherheit hatte die Oberhand gewonnen. Sie verkroch sich immer wieder, aber die Neugier siegte und schon saß die zarte Kätzin mit dem Stummelschwänzchen auf dem Fensterbrett. Etwas schreckhaft ergriff sie allerdings lieber wieder die Flucht. Sie traute dem Frieden noch nicht ganz. So ging es eine Weile hin und her. Sicher benötigt die Stubentigerin ein wenig Zeit, um zu realisieren, dass dies alles nun ihr Wohnbereich ist, wo sie sich frei aufhalten, entfalten und beschützt fühlen kann. 

 

27.09.2021

Erneut führte die Reise für einen unserer Schützlinge in die sächsische Schweiz. Vor ca 6 Jahren konnten wir den dreibeinigen Figaro in eine herzliche Großfamilie vermitteln. Mit viel Geborgenheit, Sicherheit, Einfühlungsvermögen, Training, Spiel und jeder Menge Liebe sind sie ein eingeschworenes Team geworden. Nun fanden sie, es sei an der Zeit für hündische Gesellschaft. Der mittlerweile ca. 14 jährige Senior ist inzwischen toleranter geworden, aber manchmal immer noch etwas aufgedreht, und da schien in Baltasar der passende Ruhepol gefunden. Der große gemütliche Rüde ignorierte Figaros anfängliches Gemotze komplett, so dass Figaro tatsächlich ebenfalls ruhiger wurde. 

Nun war Baltasars großer Tag. Zwar fand er noch einige Sachen suspekt, wie Auto und Fahrstuhl, selbst die Kirchenglocke und das Ticken der Uhr schien ihn zu beunruhigen, aber Figaro wird ihn schon lehren, dass dies keine Dinge sind, die er zu fürchten braucht. Ermunterung erhält Baltasar natürlich auch von seinen menschlichen Rudelgefährten. Hervorzuheben ist, dass sich Baltasar als sehr gelehrig herausstellt. Auch das Fressen klappt super nebeneinander, als wäre es schon immer so.

Bei Spaziergängen passen beide aufeinander auf, wenn einer von Beiden den Anderen nicht sieht, dann wird gesucht. Für Figaro ist es der absolute Anreiz, mehr zu laufen und Baltasar toleriert ohne Probleme das Warten auf den Opi. Es freut uns, dass sich die zwei gegenseitig so gut ergänzen.

Noch eine Fahrt stand heute bevor und zwar die zum Tierarzt. Cleo hatte einen Termin zur Mastektomie und Enfernung ihres Lidrandtumors. Der Hinweg war für sie eine freudige Abwechslung. Sie ließ sich ins Auto heben, fuhr ruhig mit und tappste bei Ankunft fröhlich des Weges. Auch die Treppen ging das liebe Schwergewicht mit einer Leichtigkeit. Als sie um die Ecke allerdings die Tierärztin erblickte, erkannte die, dass der Ausflug kein Zuckerschlecken werden würde. Sie drehte schnell um und wollte die Flucht ergreifen. Liebe Cleo, es ist nur zu deinem Besten! Nach erfolgreicher OP bekam sie dann noch einen hübschen Body und einen großen Halskragen um. Als wir sie abholten, wirkte sie ziemlich betrübt. Dies war nicht zuletzt der Narkosenachwirkung zu verdanken. Nun wird die sanfte Pummeline die Quarantäne leider eine geraume Zeit blockieren, denn wenn das alles gut verheilt ist, kommt die nächste Baustelle: ihre Zähne müssen noch gemacht werden (siehe "was gestern geschah" vom 01.09.2021).  

 

25./26.09.2021

In einer kleinen Gemeinde in der sächsischen Schweiz darf nun Rüde Rüdi seinen Charme versprühen. Trotz einer Stunde Fahrtweg hörten wir überhaupt keinen Mucks geschweige denn, irgendein Geräusch einer Bewegung aus der Box. So wie er saß, saß er. Noch war er artig, geduldig und entspannt. Noch. Denn als er aussteigen durfte, fing er gleich aufgeregt mit Ziehen an der Leine an. Wir wurden schon von allen erwartet und auch von seiner neuen Hundefreundin (ebenfalls aus dem Tierschutz) begrüßt. Beide kannten sich bereits von den Besuchen bei uns vor Ort, und wir unternahmen, wie von seinen neuen Besitzern vorgeschlagen, zusammen gleich einen kleinen Spaziergang. Rüdi konnte eine erste Schnupperprobe seiner neuen Umgebung vornehmen. Es ist sehr ländlich, viele Felder ringsum und die vorbeikommenden Autos kann man an einer Hand abzählen. Entsprechend aufgelockert kehrten wir zum Grundstück zurück. Es liegt in leichter Hanglage, überall befinden sich einladende Ruhemöglichkeiten. Es gibt auch einen Wintergarten, der einen Ausblick auf den unteren Teil des – selbstverständlich komplett eingezäunten – Gartens und die Straße bietet. Alles hat eine gemütliche, familiäre Ausstrahlung und man muss sich dort einfach nur wohlfühlen. Rüdi war entsprechend aufgeregt und neugierig, beschnupperte die Liegekissen und holte sich Streicheleinheiten ab. Vor allem vom neuen Herrchen. Die beiden wirken schon jetzt wie ein vertrautes Männergespann. Hündin Jenny schien jedoch noch nicht ganz überzeugt, mit dem Rüden fortan ihr Reich zu teilen. Ab und zu rümpfte sie ihr Näslein, allerdings nur am Anfang. Herrchen und Frauchen hatten die Hundesprache vollkommen im Blick und eine kurze Handbewegung bzw. ein Laut reichte, um Jennys zickiges Gehabe zu korrigieren. Schließlich konnten beide auch problemlos aneinander vorbeilaufen. Na, geht doch ;) Rüdi weiß sich auch zurückzuhalten, sehr galant von ihm. Dies erleichterte es Jenny, sich darauf einzulassen und zu erkennen, dass es cool ist, wieder einen Gefährten zu haben. Bei schönster Sonne und sommerlichen Temperaturen war es angenehm, nach einer kurzen Hausbesichtigung das Vertragliche gemütlich im Freien zu regeln. Den Hunden war es freigestellt, sie konnten rein oder raus, aber suchten beide unsere Nähe. Das musste einfach mit Leckerchen belohnt werden, was völlig unkompliziert, nebeneinander sitzend, klappte. Es schien, das Eis war gebrochen und Rüdi war akzeptiert.

Zum Abschied legte der cremefarbene Zottel seinen Kopf auf unseren Schoß, er ließ sich streicheln, als würde er Danke sagen und sich verabschieden.

 

24.09.2021

Und wieder war unsere Hilfe gefragt, als es um die Aufnahme einer Mutterkatze samt Jungtieren ging. Tierschützer hatten zwei der frischgeborenen Kätzchen eingesammelt und zum Tierarzt geschafft, wo sie erst einmal mit Flohmittel von oben bis unten behandelt wurden. Als die Tierschützer dann aber die Mutter und drei weitere Katzenwelpen gefangen hatte, sollten diese zu uns ins Tierheim kommen, und nicht zum Tierarzt. Übereilt brachte man uns dann auch noch die Beiden vom Tierarzt behandelten Kätzchen. Ob die Mutter diese annehmen würde? Diese Sorge war mehr als berechtigt! Gleichzeitig berichtete man uns, dass dort wohl noch eine Mutterkatze mit Jungtieren gesehen wurde. War sie die wirkliche Mutter? Die Schwester? Eine Amme? Ein ganz anderes Tier?

Die Mutterkatze und die fünf kleinen Zwerge bezogen jetzt ein Einzelzimmer, wo sie viel Ruhe, ein weiches Körbchen und viel Futter bekommen werden.

Bisher hat die scheue Mutter noch kein Jungtier aus dem Nest geworfen aber wir wissen noch nicht, ob auch alle gut trinken. Unserer Einschätzung nach sind die Tiere ungefähr 10 Tage alt und nicht wie behauptet schon drei Wochen.

Wenn Sie beim lesen dieser ganze Vorgang verwirrt, sind Sie nicht allein. Immer wieder finden wir uns in der Situation wieder, den blinden Aktionismus anderer Mitmenschen ausbaden zu müssen. Wir können nur hoffen und beten, dass alle Kätzchen in unserer Obhut überleben und das alle Zwerge eingesammelt wurden. Und wenn sie überleben, werden wir die ganze Familie zu gegebener Zeit noch einmal gegen Flöhe und andere Parasiten behandeln müssen.

 

23.09.2021

 Das Tierheimauto war wieder mal auf der Straße. Diesmal auf dem Weg zum Tierarzt: Die beiden hübschen Katzendamen Maliny und Thalia sollten kastriert werden. Bei dieser Gelegenheit erfolgte auch gleich die Nachkontrolle von Nixy, der vergangene Woche plötzlich nicht mehr ordentlich laufen konnte. Zwar benutzt er das Bein wieder deutlich mehr, jedoch entwickelte er auf dem Bein nun ein Ödem. Gleichzeitig bemerkte die Tierärztin einen Knoten im Schenkelspalt. Wir entnahmen eine Probe, um vielleicht dort die Ursache für das Geschehen zu finden. Für seine Verhältnisse war Nixy wirklich tapfer und hielt es trotz Schmerzen die Untersuchung aus. Als wir am Nachmittag die beiden Katzendamen gesund und munter wieder abholen durfte, war auch der kleine Kater Aladdin mit gekommen. Grund dafür war, dass er sein Vorderbein nicht mehr benutzen wollte. Das Röntgen ergab keinen klaren Befund, lediglich eine Abnormalität in der Schulter. Der kleine Mann muss nun vorerst Boxenruhe halten. So viele Sorgen mit den lieben Tierchen.

 

22.09.2021

 Geteilte Freude ist doppelte Freude. Dieses Sprichwort benennt klipp und klar den Vorteil eines Doppelpacks. An einem Zweiergespann darf sich ab heute auch eine Familie in Kamenz erfreuen. Obwohl sie Katzenanfänger sind -bzw. gerade weil- haben wir ihnen eins unserer Pärchen ans Herz gelegt. Die Wahl fiel auf die jungen, stets gut gelaunten Schwestern Victoria und Faleena. Beide Katzen wickelten schon vor Ort mit ihrer offenen und fröhlichen Art alle drei Familienmitglieder um ihre Pfötchen. Somit stand einem Einzug in der Neubauwohnung nichts mehr im Wege. Da der Mann die Woche über auf Montage ist, hat die Frau wieder jemanden an ihrer Seite, den sie verwöhnen oder sich einfach an ihrem Spiel erfreuen kann. Wie hilfreich es ist, wenn sich zwei Katzen zusammen in den neuen vier Wänden orientieren können, wurde wieder einmal deutlich. Denn eine der Beiden wollte erst nicht aus der Transportbox aussteigen, schaute sich aber von ihrer Schwester ab, wie toll es ist, der Neugier freien Lauf zu lassen. Fensterbrett, Fernsehschrank, alles musste schließlich genauestens untersucht werden. Und wo eine Katze herumstiefelte, folgte bald die zweite. Der Kratzbaum war jedoch noch nicht von großem Interesse, dafür gab es einfach zuviel anderes Unbekanntes. Zwischendurch fegten beide Stubentiger kurz durch die Wohnung, um erneut überall zu schnuppern. Da soviel Entdeckerdrang hungrig macht, gab es für Faleena und Victoria erst einmal Nassfutter, während wir uns -nachdem alles geklärt war- aus der Tür schlichen. Nun ist mit den beiden Samtpfötchen frisches Leben eingekehrt, langweilig wird es ihnen wohl allen nicht werden. 

 

21.09.2021

So verheißungsvoll, wie die Woche begann, setzt sie sich fort: Erneut durften wir einen unserer Schützlinge in sein neues Zuhause begleiten. Heutiger Glückspilz ist Hündin Roxy. Nachdem sie schon einmal durch uns in einen schönen Haushalt vermittelt werden konnte, musste sie durch gesundheitliche Probleme der Besitzer wieder abgegeben werden. Nach circa 7 monatigem Suchen fand Roxy nun ein Paar, dass von der Hundedame begeistert war. Die Sympathie bestand ebenso auf Roxys Seite. Nach gegenseitigem Kennenlernen und mehreren Treffen war die Entscheidung gefallen und wir konnten heute das neue Mensch-Hund-Rudel zusammenführen. Im schönen Lausitzer Seenland hat Roxy ihre neue Bleibe gefunden. Dass das ehemalige Tagebaugebiet auch seine Schattenseiten hat, wurde uns durch die Anreise bewusst. Eine Bundesstraße, welche von Senftenberg aus in den kleinen Ort führt, war nämlich gesperrt. Risse deuteten auf Absackung des Bodens hin, was natürlich eine Schadensbehebung deutlich erschwert. Die Zufahrt ist nur über einen etwa 20minütigen Umweg erreichbar. Roxy musste also noch ein Stück länger ausharren, ehe sie wieder Gras unter ihren Pfötchen hatte. Obwohl sie Autofahren nicht unbedingt toll findet, benahm sie sich erstaunlich artig. Ein kurzes Winseln war alles, was sie zu der längeren Strecke verlauten ließ. Kein Unruhigwerden, kein Unwohlsein plagte sie. Als wir endlich ankamen und die Box öffneten, sprang uns Roxy schon entgegen. Offen und neugierig wurde alles beschnuppert. Die Siedlung wird modernisiert, durch Corona und den darausfolgenden Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung verzögern die Baumaßmnahmen. Für Roxy war das eher belanglos. Die Handwerker wurden zur Notiz genommen und dann nicht weiter beachtet. Auch die Geräusche im Treppenhaus waren ihr egal. Sie schaute sich in der Wohnung um und bekam selbstverständlich ein Begrüßungsleckerli. Danach holte sich Roxy von jedem von uns Streicheleinheiten ab. Die vertraglichen Sachen waren uninteressant für sie, aber Herrchen hatte ja noch zwei Hände frei. Diese wurden von der Hündin ausgiebig beleckt. Was für ein toller Liebesbeweis. Als wir alles besprochen hatten, machten wir uns bereit für den Weg nach draußen. Roxy war sofort Feuer und Flamme. Ihre Aufregung teilte sie aber nicht mit uns, denn was Herrchen und Frauchen machten, war schließlich viel wichtiger und interessanter. Sie ist eben schon ganz auf ihre neuen Dosenöffner fixiert, die kleine Struppeline. Das besagt doch mehr als tausend Worte. Während sich Roxy mit ihrer Umgebung vertraut machte, fuhren wir, gänzlich unbeachtet von der aufgeweckten Hundedame, mit einem freudigen Gefühl wieder zurück zum Tierheim. 

 

20.09.2021

Katze Lena reagierte etwas empört, dass wir sie aus dem Mittagsschlaf aufweckten. Sogar noch während der Fahrt beschwerte sie sich und diskutierte mit Tierpfleger Mario (er sagte etwas und sie antwortete). In ruhiger Lage am Ende einer kleinen Nebenstraße ist nun Lenas neue Heimat. Als wir ankamen, war Lenas Empörung verflogen. Nachdem sie einmal kurz durchs Zimmer flitzte, entdeckte sie all ihre gemütlichen Liegeplätze und Aussichtspunkte. Das Schaffell auf der Sitzbank im Esszimmer hatte es ihr besonders angetan. Sie machte es sich darauf bequem und schnurrte ein Weilchen. Aber dann ging es auch schon weiter, es gab schließlich noch mehr zu erforschen. Die großen Fenster mit den ebenso großen Fensterbrettern luden ein, dem Treiben draußen zuzusehen. Besonders die Schafherde vom Nachbarn wurde neugierig beäugt. So etwas hatte Lena ja noch gar nicht gesehen. Vom Katzenauslauf bei uns konnte sie nur die Schafe hören, aber nicht sehen. Das wird noch eine Sensation werden und Lenas Welt bereichern, wenn sie nach entsprechender Eingewöhnungsphase die ruhige Umgebung erkunden darf. Für die nächsten Wochen bietet das Haus aber erst einmal genügend Gelegenheiten zum Entdecken. Lena war so überwältigt und beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkte, wie Mario die Heimreise antrat.

 

18./19.09.2021

Das Wochenende nutzten wir, um wieder einige Neubesetzungen vorzunehmen. Jungspund Liczi mit verheiltem Beinbruch (siehe "was gestern geschah" vom 08.09.) durfte wieder zu ihren Geschwistern ins Katzenhaus umsiedeln. Die beiden Schloßkater Jago und Aladdin trafen in dem anderen Minihaus auf die kleinen Katzen Thalia, Victoria und Faleena sowie Potatoe. Noch ein wenig unsicher schlichen sie neugierig schnuppernd durchs neue Terrain, während wir von den schnurrenden "Alteingesessenen" umringt wurden. Jeder buhlte um Aufmerksamkeit und ehe sich Jago versah, saß er mittendrin und wurde einfach mitbeschmust. Zwischendurch fand er es doch zu befremdlich, fauchte die ihm noch unbekannten Katzen an, aber wir konnten mit Streicheleinheiten erneut seinen "Motor" starten lassen. Nur Aladdin fand alles unheimlich, er suchte eine ruhige Ecke und wollte nichts von alledem wissen. 

Sogar unser Büro hat einen neuen Mitstreiter: Kater Dieter. Mehr menschliche Nähe, ein größeres Platzangebot und interessantes Livefernsehen durch die Fenster helfen ihm vielleicht, sich wohler zu fühlen, und von seinem plötzlichen Kratzverhalten wieder abzulassen. Sein Allergiefutter bekommt er natürlich weiterhin, um auch diese Ursache auszuschließen.

 

17.09.2021

Nachdem sich die scheue Mutterkatze von ihrer Kastration erholt hatte war es nun soweit, dass wir die Mieze an ihrer Fundstelle wieder ausgewildert haben. In den vergangenen Monaten hat sie sich von niemandem berühren lassen und reagierte zuletzt auch immer öfter genervt auf ihre heranwachsenden Jungtiere. Die mütterlichen Pflichten bei den Zwergen werden wir nun übernehmen, während die Mama ein Leben in der, von ihr geliebenten, Freiheit genießen darf, ohne je wieder ungewollt Jungtiere zu bekommen.

 

16.09.2021

Mit Transportbox bewaffnet machten wir uns auf den Weg zu einem besonderen Einsatz. Uns ereilte ein Anruf aus München. Die Dame am Telefon erklärte uns, dass ihre Tante nicht weit weg vom Tierheim wohnt und gerade auf dem Weg ins Krankenhaus sei. Ihr mentaler und körperlicher Zustand hatte sich zuletzt so sehr verschlechtert, dass sie nicht mehr im Stande war sich um sich selbst und ihren Kater zu kümmern. Zum Glück hatte sie aber sehr nette Nachbarn die immer ein waches Auge auf die ältere Lady und das arme Tierchen hatten. Es waren auch die Nachbar die uns im Empfang nahmen und uns den Weg zur Purzel wiesen, den sie vorab schon in das Haus gelockt hatten. Sie selbst hätten den Kater gern aufgenommen, konnten dies aber Aufgrund ihrer Erkrankung nicht verwirklichen. Der Freigängerkater lief uns auf dem Boden mehr zufällig in die Arme und lies sich wiederstandslos in die Transportbox setzen. Im Tierheim angekommen versteckte sich Purzel erst einmal. Der arme Kerl hat immerhin gerade sein Zuhause und seine Freiheit eingebüßt. Mit seinen fast 13 Jahren ein schweres Los, doch wir versuchen ihn aufzubauen und ihm ein Stück weit Lebensfreude wiederzugeben.

 

15.09.2021

Auch dieser Tag steht wieder ganz im Zeichen der Gesundheit. Die regelmäßig wiederkehrende Tierarztvisite stand an und es gab wie immer viel zu tun. Kein Wunder, bei unseren vielen Bewohnern. Doch mittlerweile sind wir gut eingespielt und es geht zügig, aber trotzdem genauso einfühlsam voran. Einige der jungen Katzenkinder konnten ihren ersten Pieks bekommen. Kater Dieter mit seinen leider immer noch vorhandenen Wunden am Kopf wurde erneut untersucht und nun auf Langzeit- Antibiose gesetzt. Bei den Hunden gab es diesmal keinen, der mit Impfen an der Reihe war, dafür entdeckten wir bei Omega eine alte Bissverletzung, die wir nun täglich vorsichtig mit Allercalm abtupfen und aufpassen, dass sich nichts mit Eiter zusetzt. Bei Emil fiel uns im Vorfeld auf, dass er Schmerzen zeigt, wenn er nach oben in den Himmel schaut. Im ersten Moment konnte keine Ursache gefunden werden, also wird er um einen Röntgentermin nicht drumherum kommen. Zum Schluss war Nixy an der Reihe. Er stand eigentlich nicht auf der Tagesordnung, doch er konnte am Vormittag plötzlich nicht mehr richtig aufstehen, geschweige denn laufen. Er stellte uns vor ein Rätsel, nicht einmal mit Hundekeksen konnte er zum Bewegen animiert werden. Bei Nixy, der fürs Fressen sonst Bäume ausreißen würde, unvorstellbar. Die Tierärztin bemerkte eine Schwellung an der Hüfte, mehr konnte sie vor Ort auch nicht diagnostizieren. Deshalb rief sie kurzerhand ihre Tierarzthelferin an, damit sie in der Praxis schon alles fürs Röntgen vorbereiten kann. Zu zweit hoben wir Nixy in unser Tierheimauto, währenddessen fuhr die Tierärztin schon mal in die Praxis vor. Wir folgten mit einem singenden Hund in der Box. Super, dass die Veterinärin ihren Zeitplan für Nixys Gesundheit spontan umkrempelte und den Rüden in ihren eng bemessenen Kalender "zwischenschob". Wir wissen es sehr zu schätzen, denn das ist nicht selbstverständlich. Das Röntgen brachte leider nur zutage, dass wir nicht genau herausfinden konnten, was ihn plagt. Rein vom Bild her ist nichts ausgerenkt oder gebrochen. Also bekam er Schmerzmittel verordnet und soll sich nicht überanstrengen. So wie wir ihn am Vormittag gesehen haben, weiß er schon von alleine, wieviel er sich zumuten kann. Zurück im Tierheim, bekam er ein großes kuscheliges Hundebett, welches er liebend gern annnahm.

 

14.09.2021

Am heutigen Dienstag rollte unser Tierheimauto gleich mehrmals zum Tierarzt. Zuallererst hatte die dreifarbige Mutterkatze von unserem Startbild ihren Termin zur Kastration. Die Kleinen fressen selbständig, mittlerweile auch der rote Nachzügler, was uns enorm freut (siehe "was gestern geschah" vom 09.09.). Leider ist die Mutti immer noch nicht umgänglich und zeigt uns deutlich, was sie von menschlicher Nähe hält. Also vereinbarten wir kurzfristig - noch vor eigentlichem Schichtbeginn - einen Termin zur Kastration, damit sie bald wieder an ihrer Fundstelle freigelassen werden kann. Alles andere wäre nur eine Qual für sie. Deshalb ist die Kastration auch so unglaublich wichtig. Zum späteren Zeitpunkt hatte Rüde Patrik einen Termin zur Zahnsanierung. Dass bei dem Senior einiges im Argen war, konnte die Veterinärin schon vor Ort feststellen. Wie arg, sollte sich später herausstellen. Kaum waren wir im Tierheim zurück, konnten wir schon wieder die Muttikatze holen. Sie war noch etwas taumelig, aber fauchen klappte schon wieder ganz gut. Wir gaben ihr einen Ausnüchterungsplatz in der Quarantäne, natürlich getrennt von ihren 6 wuseligen Zwergen. Inzwischen hatte auch Patrik alles bestens überstanden und bat um Abholung. Auch er war noch ein wenig taumelig. Der Ärmste musste sich von 32 Zähnen trennen! Zumindest in dieser Richtung wird er zukünftig nie wieder Sorgen haben.

 

13.09.2021

Einer geht, einer kommt, das alte Trauerspiel setzt sich unglücklicherweise wieder einmal fort. Aufnahme fand ein "alter Bekannter": der mittlerweile siebenjährige Hund Lucas, den wir 2019 in unserer Einrichtung aufnahmen und kurz danach vermitteln konnten. Er zeigte in seiner neuen Familie Besitzansprüche, sie meinten, er war zu sehr auf die Frau des Hauses fixiert. Es gab in der Vergangenheit wohl schon einmal einen Beißvorfall, als die Tochter zu nah zwischen Frau und Hund vorbeiging. Nun hatte eine der Töchter nach einem erneuten Zwischenfall solche Angst vor ihm, dass er sofort, noch in der Mittagsruhe, zu uns gebracht wurde. Sie schilderten die Situation so, dass die Tochter den beigefarbenen Rüden dazu bewegen wollte, vom Sofa herunterzugehen, weil dies für ihn tabu war. Er reagierte darauf mit Zuschnappen. Auf die Frage, warum sie sich nicht eher an uns wandten, antworteten sie, dass sie bei einem Hundetrainer waren, dieser meinte, Lucas wäre unberechenbar und sie müssen einfach aufpassen... Nein, oh je, mittlerweile sollte jeder wissen, dass Hundetrainer nicht gleich Hundetrainer ist. Wie oft haben wir hier schon negative Beiträge dazu erwähnen müssen. Warum werden wir verdammt nochmal einfach nicht um Hilfe gebeten? Wir verstehen das nicht, und Lucas noch weniger. Er wirkt(e) traurig, legte seinen Kopf in den Schoß einer unserer Mitarbeiterinnen und unserem Mario gab er zur Begrüßung sogar Pfötchen. Lucas, wir geben dich nicht auf!

 

11./12.09.2021

Nach zweieinhalb Wochen in seiner Pflegefamilie hat der abgegebene Welpi Linus seinen "großen Bruder", ebenfalls ein Hund aus unserem Tierheim, gefunden. Der Wunsch bestand schon eine Weile, zu dem 2019 vermittelten Rüden Paolo einen Gesellen auf vier Pfoten zu finden. Dieser dürfe auch gern etwas kleiner sein. Als Linus nun in unserer Einrichtung abgegeben wurde, tauschten wir erste Fotos und Infos aus. Es wurde Familienrat gehalten und ein Kennenlern- Besuch vereinbart. Fotos können manchmal täuschen, Linus kam ihnen vor Ort noch viel kleiner vor als auf den Bildern. Dies war jedoch absolut kein Hindernis. Weder für Paolo noch sein Menschenrudel. Besonders die Tochter freute sich auf den Zwergi mit den Kulleraugen. Allen ist jedoch bewusst, dass Linus - gerade weil er so ein kleiner "Süßer" ist - dennoch als Hund behandelt werden muss, was bei vielen Menschen leider nur allzu gern vergessen wird. Klare Regeln, keine Verhätschelung sowie ein bißchen Alltagstraining sind auf jeden Fall angedacht. Linus zeigte sich gleich sehr angetan und freute sich über Paolo. An ihm orientierte er sich schon zu Beginn sehr stark, was eine baldige Vermittlung bereits abzeichnete.

Als nun der Tag gekommen war, stand er zunächst unter keinem guten Stern. Das Auto unserer Kollegin streikte und Linus durfte an seinem großen Tag auch noch Straßenbahn fahren. Etwas zittrig, meisterte er dies schließlich ohne Probleme. Im Tierheim erholte er sich bis zum zeitigen Nachmittag von diesen Herausforderungen, bis es wieder hieß, einsteigen und Auto fahren. Bis zum Dresdner Flughafen ging die Fahrt, und unsere Mitarbeiterin wurde langsam ein wenig sentimental, sie hatte sich schnell an den Fratz gewöhnt. Aber die Aussicht auf dieses tolle Zuhause ließ die Stimmung schnell wieder steigen. Mit einem Satz nahm Linus die Stufen und war aufgeregter als alle zusammen. Er versprühte so viel Unruhe, dass Paolo ihn mit einem Wuff erstmal einbremsen musste. Huch, damit hatte Linus wohl nicht gerechnet. Aber schon kurze Zeit später suchte er wieder Kontakt. Um die Situation ein wenig aufzulockern und Linus' Energie in Beschäftigung umzulenken, gingen wir nach dem Schreibkram vor die Tür. Linus mit Paolo und seinen Menschen links herum und wir zum Auto. Der kleine Hundemann war so abgelenkt, dass er unser "Davonschleichen" überhaupt nicht bemerkte. Er war glücklich und wir waren es auch. Wieder haben wir das richtige Händchen bewiesen und zueinander gefügt was zusammen gehört.

 

10.09.2021

Im Tierheim begingen wir einen kleinen Feiertag. Rüde Lache hatte heute seinen zweiten Geburtstag. Natürlich wurde das mit reichlich Leckerlie, streicheln und spielen begangen. Und auch seine Hundekumpels gingen nicht leer aus bei der "Mini-Party". Lache wusste natürlich nicht, was die Aufregung soll, aber er freute sich über die zusätzliche Aufmerksamkeit bei bestem Sonnenschein.

Außerdem konnte die schwarze Mieze Thalia unsere Quarantäne verlassen. Sie hatte alle Impfungen gut überstanden und teilt sich ein Häuschen mit drei weiteren heranwachsenden Kätzchen. Es ist immer eine wahre Freude wenn die unterschiedlichsten jungen Miezen in so einem "Katzenkindergarten" zusammen spielen und kuscheln können. Und bestimmt bekommt sie schon bald ein neues liebevolles Zuhause.

 

09.09.2021

Am Vormittag rückten unsere Baumpaten an, um auf der Schafweide großartige Arbeit an den Grünpflanzen zu leisten. Es wurde gebuddelt, geschnitten, gewerkelt bis alle Bäumchen "verarztet" waren. Natürlich alles unter den Blicken der neugierigen Schäfchen. An dieser Stelle sagen wir DANKE für diesen ungewöhnlichen, aber hilfreichen Einsatz!

Außerdem waren wir mit Hänger und Manneskraft damit beschäftigt die jährliche Sperrmüllabholung vorzubereiten. Alles wurde ordentlich sortiert und auseinander geschraubt, sodass die fleißigen Arbeiter der Müllabfuhr alles problemlos einladen können. Nachdem nun alles abholbereit an der Straße steht, ist in unserer Scheune wieder erstaunlich viel Luft geworden. Toll wenn man nach schweißtreibender Arbeit so eine merkliche Veränderung sieht.

Leider gab es an unserer Katzenfront einen kleinen Rückschlag. Nachdem sich alle Kitten von ihren Zieperlein ganz gut erholt hatten und fleißig gewachsen sind, zeigte sich, dass sich ein kleiner Roter leider nicht zufriedenstellend entwickelt. Er scheint körperlich und geistig hinter seinen Geschwistern zurückzubleiben. Zwar darf er, genau wie seine Geschwisterchen, noch an Mamas "Milchbar" aber zieht dort oft den kürzeren. Während seine Geschwister sich den Bauch am zusätzlich gereichten Kittenfutter vollschlagen, scheint der kleine Matz nicht zu verstehen, wie das Futter aus dem Napf in sein Mäulchen kommen soll. Wir füttern ihn nun alle paar Stunden mit der Spritze. Das scheint ihm jedenfalls gut zu gefallen, denn er kaut fröhlich auf der Spritze herum. Es ist zwar ein enormer zeitlicher Aufwand, aber für den kleinen Wurm machen wir es wirklich gern.

 

08.09.2021

Mit gleich vier jungen Katzen an Bord startete der Motor des Tierheimautos. Zum gleichen Zeitpunkt versiegte das Schnurrkonzert im hinteren Teil des Fahrzeugs und Katzenjammer wurde kundgetan. Ziel der Fahrt war die Tierarztpraxis. Zu allererst wurde die hübsche schwarze Thalia gründlich untersucht und konnte dann ihre zweite Impfung empfangen. Im Anschluss wurde die kleine Liczi untersucht und geröngt. Ihr Beinbruch war schon sehr gut verheilt. Noch eine Woche muss die kleine Mieze Boxenruhe halten, ehe sie wieder zu ihren Geschwistern in das großzügige Katzenhaus ziehen darf. Und dann verabschiedeten wir uns von Faleena und Victoria, da die beiden kastriert werden sollten. Besonders Annett, die die beiden Schwestern mit der Flasche großgezogen hat, bangte um "ihre" Kätzchen. Doch schon ein paar Stunden später durften wir Schnurrprinzessinnen wieder abholen. Sie waren zwar noch etwas taumelig auf den Pfötchen aber das ging rasch vorüber.

 

07.09.2021

Heute durfte wieder ein Stubentiger Adieu sagen. Katerchen Altea war so neugierig, dass er von ganz alleine in die Transportbox hineinkrabbelte. Über solche Kleinigkeiten freuen wir uns als Tierpfleger ungemein, es erleichtert einfach den Alltag. Hach, wenn doch alle so unkompliziert wären. Altea brauchte auch gar nicht lange in seiner Entdeckerfreude eingebremst werden, denn schon nach ca 10 Minuten waren wir angekommen. Der rote Kater ist nun ein offizieller Einwohner von Großröhrsdorf. Wir fanden eine interessant verwinkelte Wohnung vor, denn durch den Anbau verlief der Flur nicht wie gewöhnlich schnurgerade, sondern über Treppchen. Das wird für Altea sicher auch etwas besonderes. In reiner Wohnungshaltung darf er künftig mit seiner Familie und der ebenfalls noch jungen Katze Lilly den Alltag genießen. 

Altea startete seinen Erkundungsdrang im Wohnzimmer, immer mit langem Giraffenhals voraus und mit seinem Stimmchen kommentiert. Der jüngste Sproß der Familie hatte einen Heidenspaß, aus seinem Bällebad die bunten Kullern hinausspringen zu lassen, die wiederum Alteas Aufmerksamkeit weckten. So machte es doch gleich doppelt Freude. Durch die Glastür konnten sich die beiden Katzen schon einmal anschauen, ein direktes Kennenlernen erfolgt allerdings erst am nächsten Tag. Die Familie wollte nichts überstürzen und Altea zunächst in Ruhe ankommen lassen. Er bekam außerdem eine Kuscheldecke, welche nach Katze Lilly schnuppert. Am darauffolgenden Morgen sollte diese dann zu Lilly zurückgelegt werden, damit sie sich auch an Alteas Geruch gewöhnen kann. Noch war allerdings nicht an hinlegen zu denken. Altea stiefelte aufs Fensterbrett, auf Sofa und Tisch und erklomm einen der Schränke. Alles ist ihm erlaubt. Als nächstes machte sich bei dem Fellnäschen der Appetit bemerkbar. Das Katerchen musste doch schließlich wissen, ob er auch mit der Verköstigung zufrieden sein konnte. Und ja, es sah eindeutig danach aus. Im Nu war das Tellerchen leergeputzt. Satt und glücklich wirkte Altea. Sein neues Frauchen erläuterte uns noch, dass er bald, wenn er kastriert werden muss, auch gleich gechippt wird. Ja, Sie lesen richtig. Gerade WEIL er Wohnungskatze ist, bekommt er einen Chip. Das hat Frauchen absolut richtig erkannt. Wie oft melden sich Besitzer, denen ihre Katze aus Versehen aus dem Fenster entfleucht oder durch die Tür gehuscht ist. Wenn diese dann gechippt und natürlich auch registriert wurde, können Besitzer und Katze viel schneller wieder zusammenfinden. 

 

06.09.2021

Mamma Mietz protestierte, als sie in die Transportbox sollte. Dass es ihr ersehnter Weg ins Glück war, begriff die hübsche dreifarbige Katze noch nicht. Zu sehr wurde sie in ihrer Vergangenheit leider von manchen Menschen enttäuscht. Nach der kurzen Fahrt ins Haselbachtal war Mamma Mietz froh, endlich die Box wieder verlassen zu dürfen. Ihr neuer Wohnsitz ist ein schönes großes Haus, welches auf mehreren Etagen genug Raum mit genügend Verstecken und Kuschelplätzen bietet. Sie zog es allerdings vor, hinter einem Hocker am Fenster aus sicherer Entfernung unserem Gespräch zu lauschen. Die zarte Samtpfote verkroch sich jedoch nicht panisch, sie genoß einfach die Deckung sowie die Aussicht nach draußen. Wenn sie sich entsprechend eingewöhnt hat, kann sie ihr Herrschaftsgebiet außerhalb der vier Wände nach Herzenslust erkunden. Das Haus steht ruhig in zweiter Reihe und dahinter befinden sich nur Felder und weitere Grünflächen. Wahrlich idyllisch, ruhig und absolut Freigängertauglich.

 

04./05.09.2021

Heute hatte Zoe das große Los gezogen und fand ihr eigenes Körbchen in einem tollen Zuhause. Vor allem ist sie nicht alleine, sondern ein ehemaliger Schützling von uns wird ihr das Einleben hoffentlich um einiges erleichtern können. In einem Ortsteil von Radeberg, ländlich und wirklich ruhig gelegen, kann sich Zoe langsam an das Zusammenleben mit den Menschen gewöhnen. Wie abgelegen es ist, beweist Josis Schilderung der Fahrt: Irgendwie hatte ich die Straßenkreuzung übersehen, denn für mich sah es wie eine Grundstückseinfahrt aus. Also nochmal zurück und dann sah ich das Straßenschild. Ziemlich eng war der Weg, der dann eine leichte Biegung machte. Komisch, da stand aber nun ein anderer Straßenname dran. Und nun? Geradeaus? Das ist doch nur ein Feldweg??? Aber da kamen zum Glück schon Herrchen und Rüde Perdito, die Zoe bereits erwarteten. Also wurde das Tierheimauto kurzerhand am "Feldweg" geparkt, der, wie sich nun herausstellte, die Auffahrt zu dem riesigen Grundstück war. Vor und hinter dem Haus befinden sich Wiesen, auf der anderen Seite grenzt das Grundstück an eine große Pferdekoppel an. Ein Traum, wie wir es uns für Zoe nicht besser hätten vorstellen können. Die Hündin durfte ja leider in ihrem bisherigen Leben noch nicht viel von der Zivilisation kennenlernen. Zusammen gingen wir zum Haus, alles verlief bestens. Nur als Zoe dann auch noch hinein ging, schien Perdito eingeschnappt zu sein. Er blieb draußen stehen und überlegte scheinbar, warum die Menschen mit der Hündin in sein Haus gehen?! Dann verkroch er sich auf die Couch und schmollte stillschweigend vor sich hin. Nur als Zoe einmal kurz ihr Näschen auf eben jene Sitzgelegenheit legte, maulte Perdito kurz. Er schien von seiner Rolle als großer Bruder noch nicht ganz überzeugt. Draußen ja, aber drinnen wollte er wohl seine Ruhe. Zoe ließ ihn einfach links liegen, sie hatte ja anderes zu tun. An allem war sie interessiert und wir sahen ihr an, dass sie sich am liebsten zerteilt hätte, um überall gleichzeitig sein zu können. Das Grundstück ist komplett und sicher eingezäunt, somit bekam Zoe eine 15m- Schleppleine an und durfte selbständig erkunden. So viel Neues wartet auf sie, wir sind mit ihr gespannt.

 

03.09.2021

Am späten Nachmittag brachte uns eine Freundin des Tierheims reichlich Spenden aus den Spendenboxen, die in den Einkaufsmärkten in Radeberg aufgestellt sind. Das Auto war proppenvoll und wir hatten zu tun, all das Futter in die Scheune zu verfrachten. Von dort aus wurde erst einmal sortiert, gestapelt und eingeräumt, was gut zwei Stunden in Anspruch nahm. Ziemlich zeitgleich hatten wir Besuch von einem Handwerker, der die Wasseruhren des Tierheims ausgewechselt hat. Außerdem durfte heute Katze Mietzi aus der Katzenquarantäne in eines unserer Vermittlungshäuser umziehen. Weder von uns noch von den anderen Katzen wollte sie etwas wissen und verkroch sich erst einmal. Bei dieser Gelegenheit nahmen wir uns etwas Zeit, um die Katzen zu beobachten. Es bahnte sich bereits eine Weile an, doch heute war der Knoten bei Katze Sarah geplatzt. Sie näherte sich uns neugierig, roch an der Hand und lies sich kraulen. Leises Schnurren und Miauen inklusive. Natürlich ist sie immer noch sehr schreckhaft, aber mit diesen enormen Fortschritten in so kurzer Zeit haben wir nicht gerechnet. Es ist einfach wundervoll, wenn eine ängstliche Katze einem so viel Vertrauen entgegen bringt.

 

02.09.2021

Nur schlechte Nachrichten gehen mit diesem Tag einher. Wir mussten uns von Marius verabschieden. Über 10 Jahre war der Eber fester Bestandteil des Tierheims und täglicher Begleiter. Zuletzt hatte Marius immer mehr Probleme mit dem Aufstehen, die Kraft in den Hinterbeinen zu halten. Er robbte sich mehr vorwärts. Es war ein Trauerspiel. Schmerzmittel halfen ihm nicht mehr und so trafen wir letztlich die schwere Entscheidung und erlösten ihn. Sein Übertritt war friedlich und reibungslos, und wir erwiesen ihm die letzte Ehre.

Nun standen wir aber vor einer logistischen Herausforderung, denn auch mit vereinten Kräften hätten wir Marius nicht bewegen können. Bereits im Vorfeld hatten wir eine Ortsbegehung bei uns mit einer Kranfirma, die uns ein sehr gutes Angebot unterbreitet hat, um Marius nach draußen zu transportieren.

Gegen Mittag waren wir dann mit Nao in der Tierarztpraxis zum röngten. Das seufzen der Tierärztin verhieß nichts Gutes. In aller Ruhe erklärte sie uns, was auf den Röntgenbildern zu sehen war. Aller Warscheinlichkeit nach leidet Nao an einem Osteosarkom, einem Knochtumor. Behandlungsmöglichkeiten wäre Amputation und Bestrahlung. Da dieser agressive Tumor aber immer in die Lunge streut, würde diese enorme Eingriff nur Zeit schinden. Die Prognose ist denkbar schlecht, denn es handelt sich nur noch um Wochen. Wir entschieden, Nao nicht mehr zu vermitteln. Mehrmals täglich bekommt sie nun starke Schmerzmitteln. Sie darf bei ihren Kumpels bleiben, Wiese und Sonne genießen, bis wir mit ihr gemeinsam den letzten Weg gehen werden.  Wirklich ein sehr trauriger Tag.

 

01.09.2021

Der neue Monat bescherte uns gleich reichlich Arbeit in Form unserer Tierarztvisite. An der Zahl 21 Katzen wurden geimpft. Zu unserem Glück ergab die vorangegangene Untersuchung bei keiner einzigen Samtpfote eine Auffälligkeit. Doch aufatmen war trotzdem nicht angesagt. Kater Dieter mit den vernarbten Ohrmuscheln hatte mysteriöse offene Wunden am Kopf. Vielleicht ist Maliny doch ansteckend? Diesbezüglich konnte die Tierärztin uns beruhigen. Die Stellen an denen die Wunden sind sein typisch für ein allergisches Geschehen und wir begannen sogleich mit der Fütterung von hypoallergenem Futter. Sollte dieser Ansatz nicht reichen, muss er künftig wohl noch Tabletten bekommen.

Weiter ging es mit den Hunden. Natürlich wurden alle neuen Näschen gründlich untersucht und hier gibt es einigen Handlungsbedarf. Baltasar hat leider eine Ohrenentzündung und bekommt nun eine Woche lang Ohrentropfen. Everest hat auf der Kruppen eine Umfangsvermehrung die höchstvermutlich ein Lipom ist. Außerdem hat er einen schorfigen Nasenspiegel, was auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten könnte. Um das abzuklären, haben wir dem tapferen Kerl Blut abgenommen. Ebenfalls Blut abgegeben hat unsere einzige Dame in der Runde Cleo. Die Hündin hat leider auf einer Seite einen Milchleistentumor, einen Lidrandtumor und einen ganz fies abgebrochenen Eckzahn. Und auch Lache hat einen fast komplett abgebrochenen Eckzahn. Die beiden Senioren Rin und Patrik haben ebenfalls beide Blut abgenommen bekommen und leider müssen auch die Beiden dringend zur Zahnsanierung. Lediglich bei dem verschmusten Amir gab es absolut nichts zu beanstanden. Da unsere liebe Nao seit geraumer Zeit humpelt vereinbarten wir gleich für den nächsten Tag einen Termin zum Röntgen. Da scheint irgendwas im argen zu liegen, was wir abklären möchten.

 

31.08.2021

Um Maliny kreisten unsere Gedanken immer noch. Auch die neuerliche Untersuchung brachte keine neuen Erkenntnisse. Allerdings erschien dem Tierarzt die Fistel schon kleiner zu werden, darum lautete die Empfehlung, abzuwarten, ob es sich nicht doch wieder von alleine gibt. Nach einer Weile erfolgt die Kontrolle, wie die Heilung der armen mysteriös geplagten Miez voranschreitet.

Cinderella indes, die Katze aus dem verlassenen Schloß, konnte ihre Kastrationsfäden gezogen bekommen. Sie verhielt sich zwar nicht ganz so prinzessinenhaft, aber nahm uns die Prozedur nicht übel. Sie schmuste danach gleich wieder.  

 

30.08.2021

Vier Monate wartete der verspielte Junghund Micutsu, bis auch er für immer die Tierheimtore hinter sich lassen konnte. Der Rüde zog zu einer "alten Bekannten" von uns. Spiel- und Lerngefährtin ist fortan die große Hündin Bedelia, welche wir im April vorigen Jahres vermitteln konnten. Nach einer ruhigen Fahrt wurden wir schon in Radeberg vor dem Haus erwartet. Um Entspannung zu schaffen, sind wir zunächst eine Runde spazieren gegangen. Bedelia hat Micu ihre Heimat gezeigt. Die Hundetrainerin vpn Bedelia war mit anwesend, so dass wir uns auch gleich ein Bild von ihr machen konnten und ins Gespräch kamen. Wieder zurück am Haus gingen wir in den Garten, wo Micutsu in typischer Rüdenmanier alles als "seins" markieren musste. Bedelia hat ihn dann mal daran erinnert, dass sie auch noch da ist und gern spielen möchte. "Überredet", dachte er sich wahrscheinlich und ließ sich hinreißen. Fertig mit Spielen, musste natürlich noch zusammen mit dem neuen Papa und Bedelia gekuschelt werden. Als gerade ein anderer Vierbeiner am Zaun vorbei lief, nutzten wir die Verwirrung und stibitzten uns davon. 

 

28./29.08.2021

Es stellen sich vor: Paul und Maxi. Dies sind unsere neuesten Bewohner. Das Wellensittich- Pärchen wurde bei uns abgegeben, weil sich die Besitzerin laut Aussage nicht mehr darum kümmern könne. In einem Käfig, max. 60x60 cm, waren sie untergebracht, noch zusätzlich versehen mit platzraubendem Schnickschnack wie Spiegel und Plastevogel. Ein Freiflug wurde auch nicht erwähnt. Klingt so, als hätten es die Wellis vorläufig in unserer Voliere eindeutig besser. Wir dachten, wir hören nicht richtig, als sich die Frau statt dessen nach den Meerschweinchen erkundigte. Wie jetzt? Wellensittiche weg, dafür Meerlis her und wenn diese auch nicht passen, dann wird ein anderes Lebewesen angeschafft? Sind wir hier etwa in einer Plüschtier- Fabrik, mit "Tieren" ohne Gefühle und Seele? Unsere Bestürzung darüber können wir gar nicht richtig in Worte fassen.

 

27.08.2021

Das unablässige Regenwetter hat heute niemandem aus dem Haus getrieben, zumindest nicht länger als nötig. Wir verlagerten also unser Tätigkeitsfeld nach drinen. Die Futterlager in der Scheune wurden ordentlich sortiert und aufgestapelt, Brot und Brötchen zum trocknen ausgebreitet, unser Trödelmarkt wurde noch einmal gesichtet und neu fotografiert und die Katzenhäuser ausgeräumt gereinigt und neu bestückt. Im Zuge dessen kam natürlich auch reichlich Wäsche zusammen, die gewaschen und aufgehangen werden wollte. Am Nachmittag unterbrachen wir dann unsere Arbeit, um die zwischenzeitlich eingetroffenen Pakete und Sachspenden auszuräumen und an den dafür vorgesehen Platz zu räumen. Eine witzige Begebenheit trug sich noch zu, als es gerade wieder begann wie aus Kübeln zu regnen, wollte sich Ramona wie immer in ihr trockenes Körbchen legen. Doch dort hatten wir zuvor vier dicke Kuschelkissen gestapelt. Ramona hat das nicht sonderlich gestört und so lag sie wie eine Prinzessin auf ihrem weichen hohen Thron. Wir mussten sehr über dieses Bild lachen.

 

26.08.2021

Der kleine abgegebene Junghund Linus bekommt derzeit eine Sozialisation im Tierheim Stil: egal ob Hunde, Katzen, Schafe oder Frettchen. Und auch außerhalb des Tierheims erscheint die Welt in bunten Farben: Autofahren, an verschiedenen Orten Gassi gehen, egal ob Fernseher oder bodentiefer Spiegel - alles will einmal kennengelernt und erlebt werden. Mit der Stubenreinheit klappt es schon ganz gut wobei Knirps Linus bei Regen gar nicht nach draußen möchte. Doch auch dafür gibt es eine Lösung. Bei einer rasch im Tierheim organisierte "Modenschau" für den kleinen Mann, wurde das passende Beinkleid für Unwetter gefunden. Für Linus war es der reinste Spaß!

Neuigkeiten gab es vom Tierarzt: die Ergebnisse von Samtpfötchen Malinys CT waren da, ergaben aber keine eindeutige Ursache für die Fisteln am Kopf. Nach einem eingehenden Gespräch mit dem Tierarzt vereinbarten wir, dass die arme Anfang der Woche noch einmal untersucht wird und dann ggf. eine Biopsie entnommen wird, um herauszubekommen, mit was wir es zu tun haben. Es bleibt also Ungewiss was ihr fehlt.

 

25.08.2021

Nach den positiven Nachrichten erfolgt leider wieder eine Negativ- Schlagzeile: Hündin Nao musste zurück.

Wir merkten dem Herrn an, dass ihm die Rückgabe schwer fiel, aber nach voriger Zustimmung des Büroteams kam plötzlich ein Widerspruch. Nao dürfe nicht mehr mit auf Arbeit. Vielleicht war die Hündin anfangs ein wenig unruhig, aber unserer Meinung nach ist das mehr als verständlich. Kein Hund kann sofort per Knopfdruck funktionieren. Eine Woche oder zwei hätten als Eingewöhnung bestimmt gereicht. Aber da kann man nichts machen. Nun ist sie wieder in ihrem "alten" Rudel. Sie war zum Glück nicht lange vermittelt, so dass die Umstellung für sie und ihre Hundekumpels den Umständen entsprechend recht leicht fiel.

 

24.08.2021

Wie sehr haben wir uns für Yusti endlich ein schönes und bleibendes Zuhause gewünscht. Nach mehrmaligen Besuchen war der Zeitpunkt gekommen, dass wir den Rüden zu einer Familie nach Sebnitz vermitteln konnten. Die neuen Rudelführer holten sich vorab Tipps von einem Hundetrainer. Aufgeregter als der Rüde zeigte sich das neue Herrchen und war natürlich total glücklich. Er zeigte Yusti das Grundstück, was sich am Rande der Stadt in ruhiger Hanglage befindet. Es ist sicher eingezäunt, und es wurde darauf geachtet, dass Yusti wegen seiner Arthrose den Garten gefahrlos nutzen kann. Er bekam ein Begrüßungsleckerchen und fühle sich sichtlich wohl. Machs gut, du Schmusebacke. Wir wünschen allen eine lange gemeinsame und glückliche Zukunft. 

 

23.08.2021

Ein Mann rief an, er müsse einen Rehpinscher, ein halbes Jahr alt, wieder abgeben. Er hatte ihn für seine Schwester bei einem Züchter gekauft, aber sie kam mit ihm nicht zurecht. Zum vereinbarten Abgabetermin sahen wir einen kleinen Mischling vor uns, der eher ein Chihuahua- Mix zu sein scheint. Der Mann meinte, er hat den Züchter wohl auf ebay entdeckt und er schien ihm seriös. Aha, so seriös, dass der Kleine weder gechippt ist, noch Papiere hat, noch dass der Züchter ihn zurück nehmen wollte. Und dass man den Welpen beim besten Willen keinen Zwerg- bzw Rehpinscher andichten kann. Naja, diese bedauernswerte "unüberlegte Anschaffung" war laut Angaben im Impfausweis erst 4 Monate. Der Winzling bezog vorerst den kleinen Büroauslauf, den sonst unsere Nager oder Bürokatzen genutzt hatten. Überall anders wäre der Zaun nicht vertrauenswürdig genug für den Zwergi. Wie ein kleines Häufchen Elend hängt der Rüde, den wir Linus tauften, auf der Decke, winselt und versteht die Welt nicht mehr. Klar, dass wir den Kleinen mit auf Pflege nach Hause nahmen. Dort taute er relativ schnell auf, zeigte sich jedoch schnell sehr anhänglich. Kein Wunder, nach den bisherigen Erfahrungen, gerade in seiner Prägephase. Wir versuchen, ihm alle Liebe und Stabilität zu geben, die er braucht.  

 

21./22.08.2021

Nach erfolgter erster OP und Wundheilung konnte heute Nao umziehen. Es ist zwar noch nicht alles überstanden, Nao hat ihre zweite OP (die andere Mammaleiste) noch vor sich, aber diese ist erst Mitte September. Bis dahin wollten wir der Hündin logischerweise nicht das Glück vom eigenen Zuhause vorenthalten. Am Rand von Pirna angekommen, war Nao doch ziemlich aufgeregt. Das Treppenhaus war ihr anfangs suspekt. Bis sie Herrchen sah, dann meisterte sie plötzlich den Treppenabsatz ganz ohne Scheu. Neugierig und immer noch nervös erkundete sie die Wohnung. Obwohl diese gemütlich eingerichtet war, konnte Nao noch nicht wirklich entspannen. Es war schließlich alles ungewohnt und keine anderen Hunde mehr da. Herrchen verteilte Streicheleinheiten und Leckerlies, damit brachte er Naos Eis zum Schmelzen. Sie schaute unserem Mario beim Abschied auch kein bißchen nach, so zufrieden war sie mit ihrem neuen Zuhause. Fußläufig befinden sich jede Menge Grünflächen und Wald, auf Arbeit darf sie auch mit. Das ist doch wirklich hervorragend und wir freuen uns mit ihr.  

 

20.08.2021

In voller Mannstärke standen wir parat, als der große Transporter der Tierhilfe Hoffnung auf unseren Hof fuhr. Mit geübten Handgriffen hoben immer zwei Leute die großen Transportboxen aus dem Auto, zwei weitere öffneten die Boxen, leinte die Hunde an und führten sie ins Gehege. Alle leeren Boxen wurden gleich zusammengelegt und wieder in den Transporter gestellt. Die acht Hunde machten gut mit, nur Everest bewegte sich in etwa so schnell, wie der Berg im Jahr wächst, sodass wir ihn ins Gehege getragen haben. Und auch Rin hatte offenbar so viel Angst vor der fremden Umgebung, dass er getragen wurde. Kein Wunder, verbrachte er doch die letzten sieben Jahre in der Smeura. Amir mausterte sich schnell zum Publikumsmagnet, wedelte freundlich, verteilte hier und da Küsschen. Und auch Lache zeigte sich offen und zugänglich. Erst nach und nach traute sich Baltasar zu uns und holte sich ebenfalls Streicheleinheiten ab. Boris machte sich unsichtbar, legte sich im Haus in ein Körbchen und bewegte sich keinen Millimeter. Gesellschaft bekam er von Rin, dem das auch alles viel zu aufregend war. Cleo und Patrik hielten sich vornehm im Hintergrund auf und wollten nichts von uns wissen. Wir sind guter Dinge, dass sich dies bald ändert. Nachdem der Transporter seine Reise fortgesetzt hatte, nahmen wir uns wie immer Zeit für die Hunde. Die Microchips wurden ausgelesen, die Schulterhöhe gemessen und rasch das Gewicht gewogen. Und natürlich wurde ganz viel gekrault.

 

19.08.2021

Heute hatten wir einen Termin in der Tierklinik. Zum einen fuhr Katze Cinderella mit, die ihre beiden Jungtiere in einem Schloss zur Welt gebracht hatte. Leider wollte sie die Kitten nach ihrer Ankunft im Tierheim nicht mehr annehmen, weswegen sie nun bei Josi zuhause gepflegt werden. Cinderella sollte in der Klinik kastriert werden. Ebenso mitgefahren war Maliny. Nach Ihrer kürzlichen Zahnsanierung ging es ihr augenscheinlich besser, doch dieser Schein trügte. Nach ein paar Tagen hatte sie wieder offene Stellen im Gesicht und an der Kehle, obwohl sie allein in einer Quarantänebox sahs. Als Grund für die Fisteln wird nun ein Fremdkörper oder ein abgestrobenes Knochenstück im Gesicht vermutet. Um dies diagnostisch abzusichern muss die liebe Miez ins CT. Keine ganz billige Angelegenheit, aber der armen Maliny muss geholfen werden. Wir sind gespannt, was die Ursache für dieses mysteriöse geschehen ist.

 

18.08.2021

Eine liebe Familie, die unseren Tierschutzverein gern unterstützt, wann immer sie kann, brachte uns einige Säcke voller Heu. Da ihr Grundstück groß genug ist, wäre es doch schade, es einfach ungenutzt zu lassen. Dem stimmen wir zu und bedanken uns sehr herzlich. Unsere Nager und Schafe werden sich über die naturbelassene Aufmerksamkeit garantiert freuen.

 

17.08.2021

Jeder erhält seine zweite Chance. So auch Rüde Chappi. Dafür, dass er ein klein wenig aufgeregt war, blieb er die 30 minütige Fahrt über doch relativ ruhig. Bei der Ankunft freute sich Chappi über die Familie, die er durch mehrere Besuche und gemeinsame Spaziergänge bereits gut kennenlernen durfte. Die Wohnung bietet viele Plätze zum Liegen und sich wohlfühlen. Chappi zeigte sich auch gleich entspannt, an dem Begrüßungsnaschi hatte er aber noch kein Interesse. Während der Vertragsausfertigung legte sich der Rüde neben den Tisch und nach einer Weile hörte man ihn leise schnarchen. Im Gegensatz zu seinem vorigen Vermittlungsversuch gibt es hier kein Grundstück, dass er eventuell versuchen würde, zu verteidigen. Damit er auch in der Wohnung nicht Gefahr läuft, den Wachposten einzunehmen, gaben wir jede Menge Tipps mit auf den Weg, die aufmerksam und dankbar angenommen wurden. Chappi, machs gut und nutze deine tolle Chance.

 

16.08.2021

Heute fuhr unser Tierheimauto ohne ein Tier an Bord. Grund der Reise waren nämlich Besorgungen: Eins der Päppelkatzen vom 03.08. fraß immer noch mega schlecht. Einzig und allein bei bestimmten Fischsorten und Katzenmilch konnte es zum selber fressen animiert werden. Leider hatten wir beides nicht mehr vorrätig. Also führte uns unser Weg in den nächstgelegenen Fressnapf- Markt nach Radeberg. Von diesem Futter ein bißchen, von jenem ein bißchen, in der Hoffnung, dass wir des Kätzchens Geschmack treffen. Die bevorzugten Marken wussten wir, aber die Details? Denn Fisch ist ja nicht gleich Fisch: Thunfisch oder Sardine? Lachs oder Forelle? Also kauften wir eine bunte Mischung. Katzenstreu mussten wir auch 2 Säcke kaufen, da im Tierheim inzwischen alle Reserven aufgebraucht waren. So kamen wir auf über 70 EUR, die wir aber gerne ausgegeben haben für das Wohl der Katzen, insbesondere des Winzlings. Lieber mehrere Sorten anbieten als gar nichts fressen, lautet die Devise. Zurück im Tierheim, bewies sich die Auswahl erst einmal als geglückt: Hurra, das Kätzchen ging selbständig an den Napf. Na prima. Nun muss nur noch der olle Durchfall aufhören, damit es auch an Gewicht und Energie zunimmt.

 

14./15.08.2021

Da die angrenzenden Felder inzwischen abgemäht wurden, konnten wir das Wochenende dazu nutzen, den alten Rasenschnitt unserer Schafweiden auf dem Acker zu verteilen, damit es mit umgepflügt werden kann. Das gibt schönen und vor allem hundertprozentig natürlichen Dünger. Um unseren Komposthaufen ebenfalls umzusetzen, suchen wir noch helfende Hände. Bitte hierfür gern per Mail oder Telefon Kontakt aufnehmen.

Von den Katzen gibt es auch etwas Neues: Mijou ist bis jetzt auf einem guten Weg. Die Katze, die immer die Kleinste von allen 9 Katzenkindern war, hat am Wochenende auch endlich die 1- Kilo- Marke geknackt. Wir bleiben weiter hoffnungsvoll und kümmern uns gut um sie und all die anderen. 

 

13.08.2021

Freitag, der 13. ist doch nur für abergläubische Menschen ein ungünstiges Omen. Wir haben die gute Nachricht, dass uns wieder viele Spenden aus den umliegenden Einkaufsmärkten erreichten. Wir möchten uns ganz doll bei allen bedanken. Eine einzige Sorge betrübt uns dennoch, denn bei den vielen Katzenkindern reichen unsere Bestände an Kitten-Nassfutter wirklich nicht lange. Wenn Sie uns ein wenig aushelfen könnten (siehe "Wunschzettel"), wäre das eine riesen Freude und eine große Entlastung. Im Voraus unseren herzlichsten Dank dafür.

 

12.08.2021

Gerade waren sie noch Foto der Woche, nun haben sie schon ein neues Zuhause. Die Rede ist von den beiden Kaninchenmädels Maria und Marta. Eine nette Familie aus Zwickau kontaktierte uns, auf der Suche nach einem Partner für ihren einsamen kastrierten Rammler. Nach dem obligatorischen persönlichen kennenlernen im Tierheim, vereinbarten wir zeitnah einen Vermittlungstermin, damit Mümmelmann Klopfer nicht unnötig lang allein bleiben muss. Das bekanntmachen der Kaninchen fand auf neutralem Terrain im Garten statt und verlief äußerst positiv. Gemeinsames Grünzeug mümmeln veranlasste die Vierbeiner zum ein oder anderen Freudensprung. Alles in allem eine gelungene Vergesellschaftung und eine wunderbare Vermittlung. Wir sind entzückt!

 

11.08.2021

Auch in dieser Woche hatten wir eine kleine außerplamäßige Tierarztvisite. Nachdem sich die kleine Mieze Thalia von ihrem Durchfall erholt hat, konnte sie diese Woche auch ihren ersten Pieks bekommen. Die schwarze Mieze ist wirklich zauberhaft, schnurrte ununterbrochen und merkte von der eigentlichen Spritze gar nichts. Maliny hatte ihre Zahn-OP gut überstanden und auch der Heilungsprozess scheint nun endlich auf dem besten Weg. Dennoch muss sie die nächsten Tage noch Antibiotika nehmen, um der Infektion entgegen zu wirken. Auch die abklingenden Durchfälle von Gagis sieben Babys stimmten die Veterinärin positiv. Jedoch geht es unseren Schnupfenkätzchen wieder schlechter. Zwei der Kitten hatten wieder Fieber und Durchfall. Es half nichts, wir mussten ihnen wieder mit der Spritze zu leibe rücken. Josis kleine Päppelbabys bekamen auch noch einmal eine Spritze und langsam scheint der abwärtstrend im Gewicht sich zu stabilsieren. Erstmalig seit ihrer Ankunft hatte das kleine Baby 40g zugenommen. Und auch das erste feste Würstchen haben wir wie einen runden Geburtstag gefeiert. Trotzdem ist die Lage noch lange nicht entspannt. Noch immer frisst es nicht selbstständig und muss zwangsernährt werden, was die Pflege zu einem 24 Stunden Job macht. Zu guter letzt haben wir uns unseren Schweinemann Marius angeschaut. Er hat immer öfter Schwierigkeiten aufzustehen, sodass wir überein gekommen sind, ihm vorerst Schmerzmittel in einer leckeren Semmel zu verabreichen. Hoffentlich lindert das seine Beschwerden.

 

10.08.2021

Gerade mal 10 Minuten dauerte die Fahrt bis Sunny und Luna in ihrem neuen Zuhause angekommen waren. Bis dahin unterhielten uns die Katzen jedoch mit unablässigen miauen. Erst als sich die Transportbox wieder öffnete verstummten Beide. Die bescheidene Doppelhaushälfte bietet allerhand Versteckmöglichkeiten und Nieschen zum erkunden für die beiden älteren Miezen. Futter war bereits vorbereitet doch Sunny sowie Luna mussten erst einmal alles erkunden und sich nebenbei immer wieder Streicheleinheiten abholen. Ihr neues Herrchen hatte bereits 2006 einen Kater aus unserem Tierheim übernommen, der nun nach vielen Jahren leider einer chronischen Erkankung erlegen ist. Man merkte ihm an, wie sehr er noch immer an seinem Kater hing und dennoch froh war, mit Sunny und Luna wieder mehr Leben im Haus zu haben. Wir freuen uns besonders für die Beiden, da sie bereits ihr Leben lang zusammen verbracht haben und dies auch weiter können.

 

09.08.2021

Nachdem die kleine Liczi medizinisch versorgt wurde und nun strenge Bettruhe halten muss, war heute Liczi's Mama Maliny Patient in der Klinik. Leider verheilt die alte Bissverletzung in ihrem hübschen Gesicht nicht wirklich. Trotz Antibiotikatherapie und regelmäßigen spülen der Wunde sammelt sich immer wieder frischer Eiter. Unsere Tierärztin hat nun die Vermutung gehabt, dass es sich womöglich nicht nur ausschließlich eine Bissverletzung von außen handeln muss, sondern, dass auf der selbe Seite ein oller Zahn in die selbe Richtung einen Fistelkanal gebildet hat und der Eiter von dem Zahn kommt. Maliny musste also ganz ohne Frühstück "adieu" zu ihren Kindern sagen, ehe sie sich auf den Weg zu ihrem Zahnarzttermin machte. Der Eingriff war schnell erledigt, Maliny wieder munter als wäre nie etwas gewesen. Das schlimmste für die Katze war eigentlich, dass sie nichts essen durfte. Wir hoffen, sie kann uns diesen Affront nachsehen. ;-)

 

07./08.08.2021

Früh entdeckten wir beim Füttern, dass eines der Kinder von Maliny kaum laufen kann. Es handelt sich um das schwarz-weiße Katzenmädchen Liczi. Sie scheint sich über Nacht ein stumpfes Trauma zugezogen zu haben, ihr Beinchen scheint gebrochen. Wer weiß, vielleicht ist sie aus großer Höhe (vom Kratzbaum etc.) gesprungen, aber das können wir nur vermuten. Die ganze Wahrheit kennt allein Liczi. Wir haben sie jedenfalls erst einmal separiert. In der Quarantäne kann sie weder hoch hinaus noch ist sie der Verlockung ausgesetzt, mit den anderen zu toben. Somit kann sie sich ausruhen, was dringend angeraten ist. Unterstützend bekommt sie Schmerzmittel. Zum Glück kooperiert sie gut und zeigt sich aufgeschlossen und verschmust wie vorher.

 

06.08.2021

Gagi, die verwilderte Mutterkatze, welche vor kurzem kastriert wurde, hat sich vollständig von ihrer Operation erholt. Um ihr ein Leben in Gefangenschaft zu ersparen haben wir mit dem zuständige Mitarbeiter des Ordnungsamtes abgesprochen, dass er sie abholt und wieder in ihrem gewohnten Umfeld in die Freiheit entlässt. Dort hat sie sich in den letzten Jahren schon gut durchgeschlagen. Und jetzt da sie kastriert ist, droht kein weiteres Katzenelend durch ungewollte Vermehrung.

Gagis Platz blieb jedoch nicht lange frei. Die Mutterkatze der zwei schwarz-weißen entkräfteten Jungtiere konnte gesichert werden. Wieder fuhren wir los, auf das schlimmste vorbereitet. Zügig luden wir die Mieze ein und fuhren umgehend zum Tierarzt. Dort erwartete uns jedoch eine positive Überraschung. Optisch frei von Parasiten, hatten sie einen vernünftigen Pflegezustand und ein prall gefülltes Bäuchlein. Die ältere Dame, die sich so um die Katze und ihre Jungtiere bemüht hat, hatte der zarten Katze ein wahres Buffet aufgebaut und die Katze hat es sich offenbar gut schmecken lassen. Beim abtasten konnte die Tierärztin bis zum jetzigen Stand kein Trächtigkeit feststellen - Glück gehabt! Ebenso überrascht waren wir, wie lieb und zugänglich sich die Katze zeigte. Die zarte getigerte Katze bezog also im Tierheim eine Quarantänebox und schleckte auch hier jedes Näpfchen leer, welches ihr angeboten wurde. Natürlich wollte wir ihr die Chance geben, wieder mit ihren Jungtieren vereint zu sein, doch sie zeigte sich sehr ablehnend. Die Würmchen, denen es leider immer noch nicht besser geht, werden also weiterhin die Rundumpflege von Pflegemama Josi in Anspruch nehmen müssen.

 

05.08.2021

Zu unserem Glück machte sich die Tierärztin heute zur Visite auf den Weg ins Tierheim. Den beiden kleinen schwarz-weißen Kätzchen(siehe Was-gestern-geschah 03.08.) ging es wirklich schlecht. Das bescheinigte uns auch die Tierärztin nach gründlicher Untersuchung der Würmchen. Verfloht, unterkühlt, völlig unterernährt und mit Durchfall, waren beide kaum zum selbstständigen Fressen zu animieren. Eines zeigte schon bläuliche Verfärbung der Haut... ohje... Es folgte ein medizinischer Rundumschlag: Infusion, Antibiose, Entwurmung, ect. Und jetzt Zwangsfütterung und hoffen, dass sie überleben. Weiterhin konnten wir sechs Katzen impfen. Kater Dieter(siehe Impfpatenschaft) ließ sich mit etwas Geschick untersuchen. Es stellte sich heraus, dass er nicht wie gedacht eine Faltohrkatze ist, sondern eine Hauskatze, die an beiden Ohren ein Blutohr hatte. Für die sieben Babys von der wilden Katze Gagi haben wir gemeinsam mit der Tierärztin einen Therapieplan erarbeitet, da die Bande trotz aller Bemühungen von Durchfall geplagt wird. Bei der Fütterung, die ohnehin alle zwei Stunden stattfindet, gibt es jetzt selbstgekochtes Möhrenpüree. Das soll den Darm von innen etwas beruhigen. Die Nachkontrolle der Milchleisten-Operation bei Hündin Nao verlief, wie gewünscht, positiv. Alles heilt ordnungsgemäß und ohne Komplikationen ab. Prima! Letzter Patient war Meerschweinchen Maggie. Die junge Dame hat eine unschöne Zahnlücke an den Schneidezähnen. Leider ist das bei Nagetieren kein Schönheitsmakel, sondern könnte sie ein Leben lang beim Fressen behindern. Doch mit etwas Glück und der zusätzlichen Gabe von Vitaminen wächst der Zahn wieder ohne Lücke nach.

 

04.08.2021

Endlich dürfen wir Ihnen, liebe Leser, unsere neue Auszubildende vorstellen: Josephine Nießlein begann am 01. August ihren ersten Ausbildungstag. Schon während Ihres Praktikums zeigte sie reges Interesse und einen liebevollen Umgang mit den Tieren. Vor ihr und uns liegt also eine spannende neue Zeit. Unsere Kategorie Über uns haben wir natürlich deshalb aktualisiert.

 

Einer interessanten Zukunft blicken auch die beiden Wohnungskatzen Babsi und Kaspar entgegen. Von der Fahrt relativ wenig begeistert, waren sie froh, nach einer kurzen Reise in ihrem neuen Zuhause anzukommen. In einer ruhigen Gegend in einem ehemaligen Rittergut befindet sich das Katzenparadies. An den Wänden sind viele Klettermöglichkeiten, an Verstecken mangelt es ebenso nicht. Als sich die Transportbox öffnete, schoss Kaspar heraus, suchte einen Fluchtweg, aber sie beruhigte sich schnell. Sogar sehr schnell. Denn sie ließ sich schon streicheln und schnurrte. Nach einer kleinen Erkundungstour im Wohnzimmer sah sie die beiden riesigen Fenster. Wie super sie hier das bunte Treiben der Vögel beobachten kann. Das Eis war gebrochen. Sie kommentierte alles, wohl auch, um Babsi von den tollen Erlebnissen zu berichten. Diese saß noch immer in der Transportbox und maunzte einfach nur als Antwort zurück. So sehr sich Kasppar auch anstrengte und erzählte, Babsi traute sich nicht heraus. Da mussten wir ein wenig nachhelfen und den Deckel der Transportbox abnehmen. Nachdem Babsi kurz versteinert da saß, huschte sie in die Katzentoilette. Hoffen wir, dass schnell die Neuiger siegt und Babsi sich von Kaspar überreden lässt.

 

03.08.2021

Schon vor Wochen rief uns aufgeregt eine aufmerksame Bürgerin an. Sie sah eine kleine, schmächtige und noch jung wirkende Katze, die in einer Stadt in unserem Landkreis mitten über die Hauptstraße lief, augenscheinlich auf der Suche nach Futter. Bei genauerem Hinsehen erkannte sie die geschwollenen Zitzen. Ach du Schreck, da muss die Kätzin also irgendwo Nachwuchs versteckt haben! Die Frau beobachtete von nun an die Katze genau. Pünktlich wie die Kirchenuhr pendelte sie jeden Tag zwischen verlassenem Schloßgelände und Häusern hin und her. Tja, wo werden nur ihre Kleinen sein? Wie kann man helfen? Eine Nachfrage auf der Gemeindeverwaltung verlief enttäuschend. Da hieß es nur "die kümmern sich" oder "dann nehmen sie doch die Katzen auf und füttern sie". Auch von den Nachbarn erntete sie nur Hohn oder Spott, warum sie sich da einmische. Oder schlimmer noch, die wilden Katzen können ja allerlei Viehzeug mit anschleppen... Mit soviel Unverständnis und Arroganz hatte die Frau nicht gerechnet. Was ist nur aus den Mitmenschen geworden? Auf der Sorge, dass die Katze kein Futter findet, sie und die Kleinen elendig verhungern oder vielleicht noch überfahren werden, rief sie alle möglichen Tierschutzeinrichtungen der Umgebung an. Letztendlich fand sie bei uns Gehör. Viel Hilfe konnten wir in diesem Moment leider auch nicht bieten, da das Schloßgelände nicht öffentlich zugänglich war und somit weder das Suchen der Katzenkinder noch das Aufstellen einer Falle dort ohne weiteres möglich war. Wir gaben aber einige Tipps und boten ihr jederzeit unsere Mithilfe an. Ein weiterer Kontakt mit der Gemeinde, trotz Hintergrundwissen, dass sich ein Tierschutzverein mit engagiert, verlief wieder aussichtslos. Schließlich versprach eine Dame, welche gelegentlich dort Zugang hat, die Augen und Ohren mit offen zu halten. Gemeinsam gelang schließlich nach Tagen ein Erfolg. Die Frau, die sich an uns wandte, bot der Mutterkatze Futter an und die Dame im Schloßgelände konnte beobachten, wohin sie dieses bringt. Natürlich zu ihren Kleinen. Im alten Schloßgebäude war ein Kellerfenster kaputt und da unten hockten sie: 3 Kätzchen an der Zahl, auf kaltem Betonboden, inmitten von altem Putz, Scherben und Müll. Die beiden Frauen begannen also, eine Kiste zu holen und die Kleinen einzusammeln. Ohne Gegenwehr ließen sie sich nacheinander hochnehmen. In der Zwischenzeit jedoch wurden sie von der Muttikatze dabei erwischt und diese folgte ihrem Instinkt und "rettete" das letze kleine Kätzchen. Die zwei Schwächsten wurden von den Frauen geborgen und sie informierten uns. In Windeseile fuhren wir dorthin, aber was wir sahen, machte wenig Hoffnung. Vor uns waren zwei viel zu dünne, schwache Würmchen von etwa 6 Wochen (mit dem Leichtgewicht von etwa 4 Wochen jungen Kätzchen). Nun gilt es, die beiden mit vollem Einsatz aufzupäppeln. Und wie immer in so einem Fall, klappt das nur mit Rundum- Betreuung. Also opfert eine Kollegin wieder ihre Räumlichkeiten, Zeit und Mühe, um diese "ungewollten" Lebewesen durchzubringen. Die beiden Bürgerinnen der Stadt nehmen inzwischen die Suche nach dem restlichen Katzenkind und der Mutti, die übrigens schon wieder mit einem Kater gesehen wurde, auf. Hoffentlich lässt sie sich bald wieder blicken, bevor der nächste ungewollte Nachwuchs vor der Tür steht und ein ähnliches Schicksal erleiden muss.

 

02.08.2021

Hündin Nao, die ja leider - wie vorher schon Opal - auch das Pech hat, dass auf beiden Seiten Milchleistentumore wachsen (siehe "was gestern geschah" vom 23.06.), konnte nun endlich ihre erste OP erfolgreich hinter sich bringen. Der Eingriff dauerte logischerweise eine Weile, aber es verlief alles gut und die Hündin konnte am späten Nachmittag, bekleidet mit Body und Halskragen, ihren Schonplatz in unserer Quarantäne beziehen. Anfangs jammerte sie noch ein wenig über ihre neue Situation, ruhte sich dann aber den Rest des Tages brav aus.

An Ruhe war bei den "Zwergen" Altea, Potatoe, Faleena und Victoria nicht zu denken. Die Kitten sind mittlerweile angeimpft und durften deshalb nun schon gemeinsam in eines unserer Mini- Katzenhäuser umziehen. War das ein Spaß: Viel Platz, eine muntere Gesellschaft an "Halbstarken", es wurde beschnuppert und sich bejagt und gespielt, dass das Zuschauen alleine schon das reinste Vergnügen war.